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Deutsche erwarten noch stärkere Einschränkungen

26.3.2020 15:51 Uhr

Geschlossene Restaurants, Kinos, Spielplätze oder Kontaktsperren: Ein öffentliches Leben findet in Deutschland und vielen anderen Ländern im Kampf gegen den Coronavirus derzeit kaum mehr statt. Fast zwei Drittel der Deutschen rechnet nun mit weiteren Einschränkungen der persönlichen Freiheit.

In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur äußerten 64 Prozent die Erwartung, dass die beschlossenen Maßnahmen zur Vermeidung zwischenmenschlicher Kontakte noch einmal verschärft werden. Nur 20 Prozent glauben nicht daran, 16 Prozent machten keine Angaben. Die Akzeptanz der Maßnahmen ist der Umfrage zufolge riesig.

Menschen aus Nicht-EU-Staaten sollen in Quarantäne

Heute berät erneut der Corona-Kabinettsausschuss der Bundesregierung über die Krise. Nach dpa-Informationen soll es dabei auch um Überlegungen gehen, aus Nicht-EU-Staaten ankommende Reisende für zwei Wochen in häusliche Quarantäne zu schicken. Zuerst hatten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe darüber berichtet.

Wie es weiter heißt spiele dabei keine Rolle, ob die Betroffenen zuletzt in einem Risikogebiet waren. Entschieden wurde darüber nach dpa-Informationen aber noch nicht. Da für die meisten Nicht-EU-Bürger derzeit ein Einreiseverbot gilt, würde dies im Wesentlichen Deutsche und Ausländer mit Aufenthaltserlaubnis und Wohnort in Deutschland betreffen.

Bei Verstößen drohen Geldbußen

Bund und Länder hatten sich am Sonntag auf einen Neun-Punkte-Plan verständigt, der zwischenmenschliche Kontakte minimieren soll, um die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus zu vermindern. Für zunächst zwei Wochen sind öffentliche Ansammlungen von mehr als zwei Personen verboten - mit Ausnahme von Menschen, die im selben Haushalt leben. Bei Verstößen drohen Geldbußen. Cafés, Restaurants und Kneipen sowie Friseure, Kosmetikstudios, Massagepraxen und Tätowierer mussten schließen. Wie die Vereinbarung konkret umgesetzt wird, ist Sache der einzelnen Bundesländer.

88 Prozent der Befragten der YouGov-Umfrage sind mit dem Maßnahmenkatalog einverstanden. Jeder Dritte (32 Prozent) wünscht sich sogar noch härtere Einschränkungen. Nur acht Prozent der Deutschen halten die Maßnahmen für überzogen.

Andere Länder greifen härter durch

Dabei haben die Deutschen in der Corona-Krise noch relativ viele Freiheiten. Andere Länder, wie Österreich beispielsweise, greifen mit strikten Ausgangssperren durch. In Italien, derzeit am stärksten von der Corona-Krise betroffen, hat sogar alle lebensnotwendigen Produktionen eingestellt. Geöffnet haben im Grunde nur noch Supermärkte, Banken, Apotheken und Postämter.

(bl/dpa)

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