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Deutsche Bank gibt 110 Millionen Euro für Istanbul

27.11.2019 9:11 Uhr

Der Istanbuler Oppositionsbürgermeister Ekrem Imamoglu hat für seine Millionen-Metropole einen Kredit aus Deutschland und Frankreich erhalten, um Bauprojekte umsetzen zu können. Die Deutsche Bank finanziert die Bauvorhaben mit rund 110 Millionen Euro, was umgerechnet nach aktuellem Kurs rund 700 Millionen Türkische Lira entspricht. Bei staatlichen Banken in der Türkei war das Kreditersuchen des oppositionellen Bürgermeisters auf Ablehnung gestoßen.

Imamoglu hatte über diesen Kredit und einen weiteren aus Frankreich am Sonntag bei einer Pressekonferenz in Istanbul gesprochen - und hinzugefügt, dass staatliche türkische Banken nicht hilfreich gewesen seien bei den Finanzierungsbedürfnissen seiner Verwaltung. "Ehrlich, ich muss das sagen: Wir haben gesehen, dass die Staatsbanken sehr distanziert geblieben sind gegenüber der Istanbuler Stadtverwaltung, seit wir im Amt sind. Das ist traurig", sagte er.

Kreditlöcher in Istanbul werden fremd aufgefangen

Imamoglu, der der großen Oppositionspartei CHP angehört, hatte den Bürgermeisterposten der größten Stadt des Landes bei der Kommunalwahl im März und Juni überraschend gegen den der Regierungspartei AKP von Präsident Recep Tayyip Erdogan gewonnen. Imamoglu kritisierte, dass die Staatsbanken nach der Wahl nicht einmal mehr jene Kredite für "tägliche Routinebedürfnisse" bereitgestellt hätten. "Unglücklicherweise sind die Türen der Staatsbanken derzeit völlig geschlossen für uns." Deshalb habe sein Team entschieden, "von einigen privaten türkischen und einigen ausländischen Kreditgebern zu leihen". Die gleiche Haltung zeigten staatliche Banken gegenüber anderen von der Opposition regierten Städten.

Gedacht ist das Geld aus Deutschland laut Imamoglu für den lange unterbrochenen Bau einer zentralen U-Bahn-Linie im asiatischen Teil der Stadt. Am Dienstag gab es zur Wiederaufnahme der Arbeiten einen Festakt mit Bürgermeisterrede. Imamoglu stellte die neuen Kredite aus dem Ausland in Zusammenhang mit jüngsten Reisen - unter anderem nach Berlin, wo er im November von Bundesfinanzminister Olaf Scholz und Außenminister Heiko Maas empfangen worden war.

(dpa)

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