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Deutsche Bank übergibt Dokumente an US-Ermittler

24.4.2019 23:45 Uhr

Während Donald Trump ankündigt, gegen sämtliche Ermittlungen gegen sich angehen zu wollen, hat die Deutsche Bank begonnen, Dokumente über seine Darlehen an Ermittler zu übergeben.

Das Material sei an die Staatsanwaltschaft des Bundesstaats New York ausgehändigt worden, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch aus Insiderkreisen. Die Generalstaatsanwältin von New York, Letitia James, hatte im März von der Deutschen Bank Unterlagen über frühere Darlehen an den Trump-Konzern angefordert. Dabei gehe es unter anderem um Gelder, die für Trump-Hotels in Chicago, Miami und Washington verwendet worden seien, hatte eine andere Quelle der AFP damals mitgeteilt. Nach Informationen der "New York Times" forderte James von der Bank auch Dokumente an, die sich auf ein früheres Vorhaben des Trump-Konzerns beziehen, den Football-Club Buffalo Bills zu kaufen. Das Vorhaben wurde 2014 von dem Konzern aufgegeben.

Deutsche Bank kooperiert mit der Generalstaatsanwältin von New York

Es war am Mittwoch unklar, ob die Deutsche Bank sämtliche von James in Form einer sogenannten Subpoena - also einer rechtlich verbindlichen Aufforderung - verlangten Dokumente übergab. Ein Sprecher der Bank erklärte lediglich, das Unternehmen bleibe der Kooperation "mit autorisierten Untersuchungen verpflichtet". Parallel zu den New Yorker Ermittlungen werden die Beziehungen der Deutschen Bank zu Trump auch vom US-Repräsentantenhaus untersucht. Die Ausschüsse für Geheimdienstangelegenheiten und zur Überwachung des Finanzsektor forderten - ebenfalls in Form von Subpoenas - in der vergangenen Woche von dem Institut Unterlagen zu dem Darlehen an Trump an.

20 Jahre Geschichte zwischen Trump und Deutsche Bank

Die Kongresskammer wird seit Jahresbeginn von den oppositionellen Demokraten kontrolliert. Die Verbindungen der Deutschen Bank zu Trump reichen rund zwei Jahrzehnte zurück. Nach den Pleiten, die der Immobilienmogul in den neunziger Jahren mit seinen Casinos und Hotels in Atlantic City erlitten hatte, machten die meisten großen Banken einen großen Bogen um ihm. Die Deutsche Bank war damals hingegen bereit, Trump aus der Patsche zu helfen. Zeitweise stand Trump laut US-Medienberichten bei der Deutschen Bank mit 340 Millionen Dollar (nach heutigem Wert: rund 305 Millionen Euro) in der Kreide. Die Demokraten wittern einen möglichen Zusammenhang mit der Affäre um die Russland-Verbindungen des Trump-Lagers.

Darlehen mit Russland-Verbindungen?

Die Abgeordnete Maxine Waters, die seit Jahresbeginn dem Ausschuss für den Finanzsektor vorsitzt, äußerte bereits im Mai 2017 in einem Schreiben an die Deutsche Bank den Verdacht, dass Darlehen des Instituts für Trump und seine Familie durch Bürgschaften der russischen Regierung abgesichert worden seien "oder in irgendeiner Weise mit Russland in Verbindung standen". Der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses, Adam Schiff, hat die Deutsche Bank auch als "offenkundigen Ausgangspunkt" für die Untersuchung möglicher Geldwäsche-Aktivitäten durch den Trump-Konzern bezeichnet. Das Institut steht wegen seiner Verwicklung in Geldwäsche-Skandale seit Jahren unter Druck. Anfang 2017 hatte die Deutsche Bank gegenüber den Aufsichtsbehörden in den USA und Großbritannien in Zahlungen von insgesamt 630 Millionen Dollar eingewilligt, weil sie suspekten Geldflüssen aus Russland nicht nachgegangen war.

(be/afp)