epa/Jens Schlueter

Der Wirecard-Manager in Singapur ist beurlaubt

13.3.2019 17:27 Uhr

Der gebeutelte Dax-Konzern Wirecard kommt nicht aus den negativen Schlagzeilen. Nun hat die Firma nach Kursverlusten den im Zentrum stehenden Manager in Singapur beurlaubt. Der Mann habe zunächst bis 8. März selbst Urlaub beantragt, anschließend habe das Unternehmen den Urlaub verlängert, sagte eine Wirecard-Sprecherin am Mittwoch und bestätigte damit entsprechende Medienberichte.

Die Aktie des Bezahldienstleisters an der Frankfurter Börse verlor am Mittwoch bis zur Mittagszeit gut fünf Prozent ihres Werts.

Wirecard sitzt im Münchner Vorort Aschheim und stellt Schnittstellen für elektronisches und bargeldloses Bezahlen per Handy her, das Unternehmen kooperiert dabei mit Apple, Google, Visa, den chinesischen Unternehmen Alipay und Tencent und anderen Größen der Finanzbranche. Das Unternehmen gilt als eine der wenigen deutschen Erfolgsgeschichten in der Digitalisierung, hat jedoch seit Jahren mit Attacken von Börsenspekulanten zu kämpfen.

Negative Presse macht Wirecard zu schaffen

Ein Journalist der Londoner Financial Times hatte in den vergangenen Wochen mehrere Negativberichte über den Singapurer Manager veröffentlicht und diesem kriminelle Manipulationen vorgeworfen. Folge waren mehrfache Kurseinbrüche, zeitweise hatten die Wirecard-Papiere über ein Drittel ihres Werts verloren.

Da derartige Ausschläge bei Dax-Unternehmen sehr ungewöhnlich sind, überprüfen die Finanzaufsicht Bafin und Münchner Staatsanwaltschaft, ob gezielte Manipulation dahinter steckt. Wirecard hat die Berichte mehrfach zurückgewiesen. Nach Angaben von Vorstandschef Markus Braun stammen die Vorwürfe von einem Kollegen des Mannes, Belege dafür wurden laut Unternehmen bislang nicht gefunden. Wirecard hat eine Singapurer Kanzlei mit einer Untersuchung beauftragt, der Bericht liegt aber noch nicht vor.

(an/dpa)