THY

Der Weg von Turkish Airlines aus der Krise

15.5.2020 15:46 Uhr

Die Krise durch das Coronavirus, welches die Weltwirtschaft seit Monaten fest im Würgegriff hält, beutelt ganz besonders die Fluggesellschaften. Dazu gehört laut Handelsblatt auch Turkish Airlines (THY). Und das aus dem Grund, dass bei der teilstaatlichen Airline der Türkei der Großteil der Flotte kein Eigenbestand, sondern angemietet ist. Dadurch entstehen Kosten, auch wenn sich die Flugzeuge am Boden befinden. Die Kosten in Milliardenhöhe laufen weiter, es werden jedoch keine Umsätze – abseits des Cargo-Geschäfts - generiert. Trotzdem zeigen sich durch die weltweiten Lockerungsmaßnahmen, die für die absehbare Zukunft geplant sind, Silberstreife am fliegerischen Horizont und die tun der gesamten Flug-Branche sehr gut.

Gerade für Fluggesellschaften ist die Corona-Krise eine enorm schwere Zeit. Flugzeuge und Personal kosten immense Summen und sorgen für Engpässe beim Cash-Flow – gerade dann, wenn sie nicht in der Luft sind und Passagiere befördern. Im Grunde kosten die Flugzeuge dann noch mehr an Geld, denn die Leasinggebühren für die Maschinen laufen weiter. Unabhängig davon, ob sie fliegen oder nicht. Für Turkish Airlines, der teilstaatlichen Fluggesellschaft der Türkei, bedeutet das, für 350 Maschinen im Bestand der Passagierlinie und der Cargo-Linie werden Gelder fällig. 44 Flugzeuge gehören der Gesellschaft, 219 sind gemietet und 87 Maschinen werden auf der Basis von Wet Lease dann angemietet, wenn der Bedarf vorhanden ist, meldet das Handelsblatt. Das verursacht Kosten auf Monatsbasis.

Quelle: THY

Zeitnahe Lockerungen können Probleme klein halten

2019 war das Rekordjahr für THY. Die Zahlen explodierten, es wurde Monat um Monat ein neuer Rekord in die Bücher geschrieben. Das wird sich, da ist sich die Führungscrew einig, 2020 so nicht wiederholen oder gar steigern lassen. Doch nun geht es darum, möglichst schnell die "Vögel wieder in die Luft zu bringen", um den Fallout der Krise durch Covid-10 überschaubar zu halten. Es steht zu erwarten, dass es 2020 einen Rückgang gegenüber 2019 von rund zehn Millionen Passagieren geben wird – wenn der Passagierflugbetrieb zeitnah wieder aufgenommen wird. Um durch die schwere Zeit zu kommen, wird auch THY – wie die Lufthansa es bereits im April tat – Kredite aufnehmen müssen, um die Liquidität zu sichern. Das Handelsblatt meldet gar, dass die liquiden Mittel der Airline nicht ausreichen, die kurzfristigen Forderungen zu bedienen. Staatliche Subventionen schließt Turkish Airlines aus, ergo bleibt nur die Kreditaufnahme, um Zahlungsengpässe zu verhindern. Und die entstehen bei einem Corona-bedingten Wegfall von mehr als 23 Prozent der letztjährigen Fluggäste automatisch.

Quelle: THY

Doch in der Krise liegen auch Chancen. Wer nun in der Lage ist, zeitnah sichere Flüge unter den Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus anzubieten und wer den Fluggästen die maximale Vorsorge bietet, kann nach dem Ende des Lockdowns profitieren. Möglich wären auch Zertifikate wie beim Tourismus, die Airlines als "sicher hinsichtlich Covid-19" ausweisen. In jeder Krise steckt auch eine Chance – das gilt ganz sicher auch für die Corona-Krise. Doch zuerst einmal geht es für THY darum, das Cash-Flow-Problem zu beseitigen. Danach kann man planerisch in die Zukunft schauen.

(ce)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.