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Der Trend zur individuellen Gestaltung

25.7.2019 9:44 Uhr

Wir verbringen immer mehr Zeit zuhause. Dank moderner Unterhaltungs- und Kommunikationstechnologien, die einen Ausflug vor die Haustür immer seltener zur Notwendigkeit machen, wird das eigene Zuhause immer mehr zu einem Mittelpunkt. Umso wichtiger also, dass wir uns in unserer Wohnung wohlfühlen.

Je mehr von uns selbst die Einrichtung der Wohnung dann ausstrahlt, desto besser passt die Umgebung zu uns, was zu einem guten Wohngefühl beiträgt. Dazu kommt dann, dass Gäste direkt die individuelle Note spüren – das Zuhause transportiert somit mehr Persönlichkeit nach außen. Dieser Artikel enthält ein paar Tipps und Anregungen, wie man seinen eigenen Stil am Besten in verwirklicht.

Modern ist, was gefällt

Wir leben sozusagen in der Postmoderne der Inneneinrichtung – alles geht, nichts muss. Es ist schwierig genau festzulegen, welcher Stil für die Einrichtung der Wohnung oder des Hauses zurzeit angesagt ist.

Egal ob klassischer Landhausstil, retro, hypermodern, Shabby Chic, BoHo, orientalisch oder gar eine clevere Kombination mehrerer Typen – keine Stilrichtung ist ein „No Go“. Der individuelle Geschmack ist auf jeden Fall die einzige Richtlinie. Daher kann man seiner Kreativität und Fantasie freien Lauf lassen und den persönlichen Touch in die eigene Wohnung bringen.

Man muss auch nicht besonders viel gestalterisches Talent oder Gespür für Design mitbringen. Wer sich mit vollkommen eigenen Ideen schwer tut, kann sich einfach an existierenden Stilen orientieren und diese dann gegebenenfalls nach dem eigenen Geschmack mit kleinen, persönlichen Details anpassen.

Als Beispiel: Wer gerne und häufig Gäste empfängt, kann im Eingangsbereich unabhängig von der restlichen Einrichtung der Wohnung ein Set von Gästepantoffeln dezent in Szene setzen – ein Gefühl, willkommen zu sein macht sich dann direkt beim Eintreten breit.

Möbelstil: Thrift Shop

Vintage ist in – Secondhand-Läden, Antiquitäten und Flohmärkte haben Hochkonjunktur und auch online machen Portale mit diesem Thema regelmäßig Schlagzeilen. In Zeiten von schnittigen Fertigmöbeln für den Massenmarkt bilden Einrichtungsgegenstände aus der guten, alten Zeit eine Gegenbewegung.

Alte Möbel sind häufig das absolute Gegenteil heutiger Möbel, die vom großen Fließband stammen. Häufig zumindest zu einem großen Teil aus edlem Massivholz, mit viel Charakter, schwer und für die Ewigkeit geschaffen.

Dabei kann man sie eigentlich gar nicht in eine Kategorie stecken – denn sowohl den Stil betreffend, als auch die Preisspanne, hat man bei alten und antiken Möbeln eine große Auswahl. Ein günstiger, einfacher Beistelltisch aus den 50er Jahren kann genauso viel Charme haben, wie ein massiv gezimmerter Spiegelschrank aus dem Vorkriegs-Paris.

Übrigens: Als „Antiquität“ gilt ein zumeist Möbelstück erst, nachdem es mindestens 100 Jahre Alter erreicht hat. Nur historisch renommierte Stilrichtungen wie etwa Art Déco aus den 1920er Jahren bilden hier eine Ausnahme und können ebenfalls als Antiquität verkauft werden.

DIY

Do it yourself ist völlig zurecht ein großer Trend geworden, der schon lange anhält und eine vielversprechende Zukunft hat. Spätestens seit dem Auftreten des Internets, das mehr als voll von vielen großartigen Ideen und Anleitungen ist, ist wirklich für jeden Geschmack und Schwierigkeitsgrad etwas dabei, was man für die Einrichtung im eigenen Zuhause werkeln kann.

Was Mode und kleinere Accessoires betrifft ist dies nichts Neues, aber auch bei größeren Einrichtungsgegenständen und Möbeln kann man selbst Hand anlegen. Wenn man mit kleineren Projekten erst einmal etwas Übung gesammelt hat, kann man sich auch an aufwendigere Möbel wagen und so der Wohnung immer mehr einzigartige Individualität verleihen.

Dabei gibt es viele Möglichkeiten mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad, an die man sich nach und nach heranwagen kann. Einige Beispiele sind:

  • Garderoben: Eine der einfachsten Disziplinen und somit gut zum Einstieg geeignet. So lange Haken, eine Stange oder ähnliche Führung verwendet wird, machen die Kleiderbügel den Rest. So erhält man auf relativ simple Art und Weise ein funktionstüchtiges Möbelstück. Am leichtesten sind an der Wand befestigte Garderoben, freistehende oder hängende Varianten benötigen mehr Material und Aufwand.
  • Regale: Ebenfalls eine eher einfache Aufgabe. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt, eine stabile Standfläche ist die einzige Grundvoraussetzung – auch hier wieder sind simple Bretter, die direkt an der Wand befestigt werden, die einfachste Möglichkeit. Halterungen dafür gibt es in allen Materialien, Formen und Farben – die individuelle Gestaltung gibt dann den Ausschlag. Als Inspiration: Ein Buchregal, das dem Anschein nach von zwei Büchern gestützt ist, da die Wandhalterungen mit befestigten Büchern verdeckt werden.
  • Tische: Da für einen stabileren Tisch etwas mehr Geduld, Geschick und auch Werkzeug benötigt wird, gehört dies schon zu den etwas schwierigeren Projekten. Aber mit etwas Disziplin und der richtigen Anleitung lässt sich dies auch wunderbar erledigen – so gelangt man zum Vollholz-Tisch nach den eigenen Vorstellungen deutlich günstiger, als einen fertigen aus dem Möbelhaus zu kaufen. Besonders kleine Beistelltische eignen sich für die ersten Gehversuche. Schon ein Naturbaumstamm, der entsprechend geschliffen und lackiert wurde, macht etwas daher – und ist auf jeden Fall ein Einzelstück!

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Upcycling

Ein riesiger Trend, der in den letzten Jahren in vielen Bereichen Fuß gefasst hat. Das ist eine große Unterkategorie der ganze DIY-Angelegenheit. Der Clou: Anstatt aus rohen Materialien eigene Möbel neu zu bauen, nutzt man bereits vorhandene Gegenstände und wertet sie auf – daher auch der Begriff „Upcycling“.

Dabei kann man entweder mangelhafte, alte Möbel oder Kleidungsstücke ausbessern und verschönern, oder völlig andere Grundgegenstände zum Möbelstück umfunktionieren. Die überall bekannten und beliebten Klassiker sind Möbel aus Holzpaletten oder Obstkisten, die zum Pflanzcontainer oder einem Beistelltisch umgebaut werden.

Zwar ist man dabei ein wenig eingeschränkt, was die grundlegende Gestaltung und Funktion angeht, aber ein großer Vorteil ist unbestreitbar: Der Kostenfaktor ist weit, weit niedriger – es ist kaum möglich, günstiger zu gemütlichen Sitzmöbeln zu kommen, als mit ein paar Holzpaletten und weichen Polstern und Kissen.

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Gerade in Zeiten des Umweltbewusstseins, in denen unsere Wegwerfgesellschaft mehr und mehr in der Kritik steht, hat Upcycling einen besonderen Stellenwert, da man wertvollen Rohstoffen damit ein zweites Leben gibt. Besonders zu einem BoHo- oder Shabby Chic-Stil passend solche improvisierten Möbel sehr gut dazu.

Verschönern – ganz nach deinem Geschmack

Wenn man ohne teure Designer und Innenarchitekten beauftragen zu müssen einen persönlichen Touch in der Wohnung schaffen möchte, gibt es noch weitere Alternativen. Es müssen nicht alte Möbel, selbst gebaute Kommoden oder eine auf Paletten gestützte Couch sein, um die eigenen Vorstellungen für die Einrichtung umzusetzen.

So kann man beispielsweise simple Möbelstücke vom Händler kaufen und direkt nach dem eigenen Geschmack umgestalten, etwa mit einem frischen, bunten Anstrich. Viele Hersteller haben den Trend zu mehr individueller Gestaltung bereits erkannt und bieten daher Möbel an, die modular aufgebaut sind und sich somit beliebig kombinieren lassen, etwa, um ein spektakulär geformtes Regal zusammenzusetzen.

Viele der grundlegenden Möbelstücke werden in Naturholz ohne Lackierung angeboten, wodurch sie sich besonders für eine zusätzliche Nachbearbeitung eignen. Auch mit Einrichtungsgegenständen wie etwa Lampen lässt sich viel eigener Geschmack einbringen – ein Lampenschirm ist schnell und einfach umgestaltet.

Mit Formen und Farben bekleben, abschleifen und anstreichen, mit spezieller Farbe mit einem Vintage- oder Used-Look versehen, oder auch einfach ein cleveres Umfunktionieren eines Möbelstücks – so kann man ganz einfachen Gegenständen mit etwas Fantasie mehr Leben einhauchen.

Einfach mal drauf los werken!

Häufig ist es nur das Gefühl, dass man doch niemals ein brauchbares und schön aussehendes Möbelstück selbst herstellen könnte, das einen vor der Verwirklichung der Ideen abhält. Daher gilt: Einfach loslegen und es einmal probieren! Mit kleinen Accessoires wie einem selbst gemachten Bilderrahmen kann man die ersten Schritte tun – das fühlt sich ohnehin eher wie Basteln an.

Der Erfahrung nach finden die meisten daran schon großen Gefallen und verzieren die Wohnung mit immer mehr kleinen Dekorationen aus eigener Hand. Der Spagat auf größere Gegenstände, die von Hand (um-)gestaltet werden, ist dann gar nicht mehr so groß.

(Hürriyet.de)

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