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Der Eiffelturm wird 130

1.4.2019 10:35 Uhr

Fast war Gustave Eiffel (1832-1923) schon ein bisschen neidisch auf sein Werk. Der Ingenieur des Pariser Eiffelturms bekam nämlich nicht so viel Aufmerksamkeit wie das Wahrzeichen selbst. Doch ohne ihn hätte es eines der größten Wahrzeichen und Touristenmagneten Frankreichs nie gegeben. Am 31. März 2019 feierte der Eiffelturm seinen 130. Geburtstag.

Genau zwei Jahre, zwei Monate und fünf Tage dauerte seine Bauzeit: Vor 130 Jahren, am 31.03.1889, wurde der Pariser Eiffelturm fertiggestellt. Seit langer Zeit ist das über 300 Meter hohe Eisenbauwerk am Ufer der Seine das Wahrzeichen der französischen Hauptstadt und ein Touristenmagnet erster Klasse - pro Jahr kommen rund sieben Millionen Besucher, um den Turm zu besichtigen. Am Wochenende feierte der Eiffelturm Geburtstag mit Schauspielern, Musik und einer Schnitzeljagd.

"Nutzloser und monströser" Turm

Der 100. Jahrestag der Französischen Revolution von 1789 sollte gebührend gefeiert werden. Um das zu tun, musste etwas her - etwas Großartiges, Geniales, Unvergessliches: Eine Weltausstellung in Paris. So wurder der Turm pünktlich zur Weltausstellung am 31. März 1889 fertiggestellt. Mit zunächst 300 Metern Höhe sollte es der größte Turm der Erde sein - was es auch war, zumindest bis zum Bau des New Yorker Chrysler Buildings 1930.

In Frankreich wird der Eiffelturm liebevoll "dame de fer" (Dame aus Eisen) genannt. Doch als er gebaut wurde, gab es durchaus Widerstand. In einem offenen Brief etwa protestierten knapp 300 Intellektuelle gegen den "nutzlosen und monströsen" Turm von Gustave Eiffel im Herzen der Kapitale. Für viele war es ein Bau ohne jegliche Funktion. Nicht zuletzt wurde das Meisterwerk aus Stahl wegen seiner Optik verpöhnt, vor allem aus Sicht vieler Künstler.

Die Telekommunikation als Rettung vor dem Abriss

Ohne den Durchbruch der Telekommunikation wäre er aber womöglich tatsächlich abgerissen worden - so wie es nach Ablauf der 20-jährigen Konzession eigentlich geplant war. Zwischen 1898 und 1903 wurden zwischen dem Eiffelturm und einigen Militäranlagen in Paris mehrere Funkverbindungen geschaffen und 1906 ein Radiosender eingerichtet. Mit der neu entdeckten strategischen Bedeutung war der Fortbestand des Turms gesichert.

Während des Ersten und des Zweiten Weltkriegs war der Turm schließlich für Besucher geschlossen. Auf die Besetzung Paris' 1940 durch Deutschland folgte die Befreiung durch die USA 1944 - ein Befreiungsschlag für das größte Kulturdenkmal der Hauptstadt. So kommt es, dass seit 1946 tagtäglich rund 7 Millionen Besucher den heute 324 Meter hohen Turm besteigen.

Ein Meisterwerk der Ingenieurskunst

"La Tour Eiffel" gilt als Meisterwerk der Ingenieurskunst. An 365 Tagen im Jahr kann eines der meistbesuchten Wahrzeichen der Welt besucht werden. Mit 200.000 Quadratmetern und einem Gesamtgewicht von 10.000 Tonnen ist es nicht verwunderlich, dass der Bau des Turms 7.400.000 Francs kosetete - umgerechnet fast 1.300.000 Euro.

Das monumentale Wahrzeichen der Stadt Paris muss natürlich auch instand gehalten werden. 500 Beschäftigte und jährliche Ausgaben von über 80 Millionen Euro für Betriebskosten ermöglichen es, den Eiffelturm jederzeit für Besucher zugänglich zu machen.

(sis/dpa)