Hürriyet

Der “Bodenlose See” der Türkei füllt sich wieder mit Wasser

13.6.2020 19:01 Uhr

Im letzten Jahr führten Schatzsucher Ausgrabungen an einem 12.000 Jahre alten See in Gümüshane durch, in der Hoffnung einen mystischen Schatz zu finden. Die Behörden der Provinz nahmen einen Antrag eines anonymen Bürgers an und genehmigten Bauarbeiten, die den See letztendlich komplett zerstörten - permanent, wie viele befürchteten. Doch jetzt gibt es einen kleinen Hoffnungsschimmer: mit der Schneeschmelze und dank geschickt platzierter Wasserleitungen füllt sich der See auf der Tasköprü-Alm langsam wieder.

Nachdem die Ausgrabungen den "Bodenlosen See" fast vollkommen zerstörten, stellte sich heraus, dass das ehemalige Seegebiet mit Erde gefüllt wurde. Bilder, die den mit Erde gefüllten See zeigten, lösten im ganzen Land einen Aufschrei aus.

Im Rahmen der Untersuchungen, wie eine Genehmigung für eine solche Ausgrabung erteilt werden konnte, hat das Kultur- und Tourismusministerium zwei regionale Mitarbeiter zunächst von ihren Posten freigestellt. Der Archäologen Verband sowie die Anwaltskammer von Ankara haben gegen die Ministeriumsangestellten Anzeige wegen Amtsmissbrauchs eingereicht.

Das Leben kehrt zurück

Nachdem Experten zunächst warnten, dass die natürliche Struktur des Sees durch die misslungene Schatzsuche irreversibel geschädigt worden sein könnten, gibt es nun Anlass zur Hoffnung. Mit der Schneeschmelze und Wasserleitungen, die von einer 200 Meter entfernten Quelle zum See geleitet wurden, fängt der See an, sich wieder zu füllen und auch die natürlichen Bewohner kommen langsam, aber sicher zurück. Beobachter haben in den letzten Wochen zahlreiche Frösche und Insekten am See gesichtet, der mittlerweile einen Pegel von zwei Metern erreicht hat. Naturschützer hoffen, dass der See in rund einem Monat wieder seinen ursprünglichen Pegel erreichen könnte.

(gi)

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