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Der Al-Kuds-Marsch in Berlin fiel dürftig aus

1.6.2019 16:15 Uhr

Deutschland scheint sich dem zugewanderten Antisemitismus auf breiter Fläche entgegenzustellen. So waren es zahlenmäßig gut besuchte Gegendemonstrationen, die gegen den Al-Kuds-Marsch opponierten und deutlich machten, dass man den Marsch nicht länger dazu schweigend hinnehmen möchte. Den Al-Kuds-Marsch besuchten mehrere Menschen. Dabei lagen die Zahlen wohl unter den Erwartungen der Initiatoren.

Mehrere hundert Menschen haben sich in Berlin zu der jährlichen anti-israelischen Al-Kuds-Demonstration versammelt. Einige Teilnehmer riefen vor deren Start im Stadtteil Charlottenburg "Kindermörder Israel". Demonstranten trugen Palästina- und auch Deutschland-Fahnen.

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Wenige Meter weiter hatte sich eine Gegendemonstration aufgebaut. Deren Teilnehmer riefen Slogans wie "Lang lebe Israel" sowie "Free Gaza from Hamas" (Befreit Gaza von der Hamas). An einer weiteren Gegendemonstration wollte Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) teilnehmen.

Zu den Gegendemonstrationen hatte ein breites Bündnis aus Parteien, Gruppen und Initiativen aufgerufen. Angemeldet waren nach Angaben der Polizei zwei Demos mit jeweils 400 Teilnehmern. Zum Al-Kuds-Marsch von unter anderem radikal-islamischen Gruppen wurden rund 2000 Teilnehmer erwartet. Die Polizei war mit 500 Kräften vertreten, um die beiden Lager auseinander zu halten.

Am Al-Kuds-Tag, der am Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan liegt, ruft der Iran jedes Jahr zur Eroberung Jerusalems auf. Hintergrund ist die Besetzung Ost-Jerusalems durch Israel während des Sechstagekrieges 1967. Al-Kuds ist der arabische Name für Jerusalem.

(dpa)