afp

Denken deutsche Lehrer zu wenig selbst?

1.1.2019 13:41 Uhr

Lehrer stehen immer wieder im Fokus der Kritik. Mal sind sie zu streng, dann wieder zu lasch. Dann zu konservativ, dann zu progressiv. Lehrer, so kann es den Anschein haben, haben eine 100-prozentige Chance auf Kritik. Ganz gleich, was sie tun oder auch nicht. Nun schießt der OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher massiv gegen die deutsche Lehrerschaft und am Schulsystem.

Der Chef der Pisa-Studie, OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher, hat deutsche Lehrer aufgefordert, sich stärker aktiv einzubringen. Viele Lehrer seien "zu sehr fixiert darauf, dass eine Vorgabe aus dem Ministerium kommt - oder ein neues Lehrbuch", sagte Schleicher den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND, Mittwochsausgaben). Jeder Lehrer solle aber selbst so viel wie möglich darüber nachdenken, was der richtige Unterricht sei, um die Kinder auf die Welt von morgen vorzubereiten.

Lehrer und Schulsystem zugleich in der Schusslinie

Zugleich übte Schleicher harsche Kritik am deutschen Schulsystem. Hierzulande sei der Schulbetrieb "wie eine Fabrikhalle organisiert". Lehrer würden viel zu oft "wie Fließbandarbeiter behandelt, deren Meinung nicht gefragt ist", bemängelte er.

Der Bildungsforscher forderte weitreichende Veränderungen für die Lehrer an den Schulen. Es müsse Schluss sein "mit dem Einzelkämpfertum" in den Klassenräumen. Stattdessen müssten Lehrer viel mehr gemeinsam Unterricht vorbereiten und auf Plattformen gezielt Unterrichtskonzepte austauschen. "Da sind andere Länder viel weiter - bis hin zum regelmäßigen gegenseitigen Unterrichtsbesuch", sagte Schleicher dem "RND".

In den Ministerien werde über diese Fragen viel zu wenig nachgedacht, sagte der OECD-Bildungsdirektor. Aber auch die Lehrer selbst sollten sich gemeinsam für solche Reformen einsetzen. In Deutschland sei der Lehrerberuf im internationalen Vergleich finanziell attraktiv, aber "intellektuell zu unattraktiv". Schleicher zufolge liegt das daran, dass das Prinzip gelte: "Mach dein

(ce/afp)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.