dpa

Den Haag: Ex-Präsident der Elefenbeinküste Gbagbo überraschend freigesprochen

15.1.2019 13:57 Uhr

Das Weltstrafgericht in Den Haag hat überraschend den früheren Präsidenten der Elfenbeinküste, Laurent Gbagbo, freigesprochen. Der 73-Jährige soll sieben Jahre nach seiner Festnahme nun freigelassen werden, ordneten die Richter am Dienstag an.

Gbagbo musste sich seit 2016 wegen schwerster Verbrechen nach der Präsidentenwahl 2010 vor dem Internationalen Strafgerichtshof verantworten. Auch der mitangeklagte frühere Jugendminister Charles Blé Goudé (47) wurde von allen Anklagepunkten freigesprochen.

Keine ausreichenden Beweise

Die Anklage habe nicht genügend Beweise vorgelegt, urteilten die Richter und gaben damit einem Antrag der Verteidiger statt. Der Freispruch ist ein schwerer Rückschlag für die Anklage. Das Verfahren gegen beide Angeklagte war noch nicht abgeschlossen. Gbagbo war das erste ehemalige Staatsoberhaupt, dem das Weltstrafgericht den Prozess gemacht hatte. Die Anklage kann Berufung gegen das Urteil einlegen.

Morde und Vergewaltigungen nach der verlorenen Präsidentenwahl

Die Anklage lastete Gbagbo unter anderem die Verantwortung für Morde und Vergewaltigungen in dem westafrikanischen Land an. Er hatte 2010 die Präsidentenwahl verloren, sich aber geweigert, für seinen Nachfolger Präsident Alassane Ouattara Platz zu machen. Bei dem bis April 2011 dauernden Konflikt waren rund 3000 Menschen getötet worden.

(be/dpa)

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