dpa

Demonstrationen in Algerien: 195 Festnahmen, 112 verletzte Polizisten

9.3.2019 10:06 Uhr

In Algerien gehen die Demonstrationen gegen den Präsidenten Abdelaziz Bouteflika weiter. Dabei kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizisten.

In der Hauptstadt Algier seien 112 Polizisten verletzt und zudem 195 Menschen festgenommen worden, teilte die Generaldirektion für Nationale Sicherheit am Freitagabend mit. Eine große Zahl von Randalierern habe sich unter die Demonstranten gemischt. Bilder zeigten, wie die Polizei bei Zusammenstößen Tränengas einsetzte.

Feuer im Museum für Islamische Kunst

Das algerische Staatsfernsehen berichtete von Gewaltakten, die zu einem Feuer im Museum für Islamische Kunst und Diebstählen von Objekten geführt hätten. Dort soll eine Gruppe von Männern eingedrungen sein. Auch an einer Grundschule und an Fahrzeugen habe es Schäden gegeben, meldete das Staatsfernsehen weiter. Zehntausende Menschen hatten zuvor in der Hauptstadt friedlich gegen die erneute Kandidatur Bouteflikas bei der Präsidentenwahl im April demonstriert.

Der 82-Jährige ist bereits seit 20 Jahren an der Macht und will sich für eine fünfte Amtszeit wählen lassen. Nach einem Schlaganfall sitzt er im Rollstuhl und hat große Probleme beim Sprechen. In der Öffentlichkeit zeigte sich er in den vergangenen Jahren kaum noch.

(be/dpa)