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Demonstranten trotzen Ausgangssperre im Sudan

12.4.2019 17:43 Uhr

Tausende Menschen haben im Sudan der Ausgangssperre getrotzt, die die neue Militärregierung nach dem Putsch ausgerufen hat und weiter demonstriert. Etliche Demonstranten verbrachten die Nacht auf dem Platz vor der Militärzentrale in der Hauptstadt Khartum, wo Zehntausende in den Tagen zuvor protestiert hatten, wie ein dpa-Reporter berichtete. Demnach gab es keine Versuche von Seiten der Sicherheitskräfte, die Sitzblockade aufzulösen.

Nach Monaten regierungskritischer Massenproteste hatten die Streitkräfte am Donnerstag den autoritären Präsidenten Omar al-Baschir abgesetzt. Der 75-Jährige war 30 Jahre an der Macht. Das Militär will nach eigenen Angaben zwei Jahre an der Macht bleiben, um den Weg für freie Wahlen zu ebnen. Der neue starke Mann ist der bisherige Vizepräsident und Verteidigungsminister Awad Ibn Auf, der jahrelang an al-Baschirs Seite arbeitete. Er verhängte für drei Monate den Ausnahmezustand und ordnete eine Ausgangssperre an. Oppositionsgruppen verurteilten den Putsch, forderten eine zivile Übergangsregierung und kündigten weitere Proteste an.

Reisewarnung für den Sudan

Das Auswärtige Amt in Berlin riet wegen des Putsches von nicht dringend notwendigen Reisen in das Land im Nordosten Afrikas ab. Weitere "gewalttätige Ausschreitungen" insbesondere in Khartum könnten nicht ausgeschlossen werden", hieß es.

Dem Putsch waren monatelange Proteste vorausgegangen. Auslöser war eine Erhöhung der Benzin- und Brotpreise. Tausende wurden festgenommen. Einem Ärzteverband zufolge kamen mindestens 21 Menschen um.

Al-Baschir hatte sich 1989 unblutig an die Macht geputscht. Trotz eines Haftbefehls des Internationalen Strafgerichtshofes wegen Massakern im Ostsudan reiste er wiederholt ins Ausland. Der Sudan mit 40 Millionen Einwohnern gehört zu den 25 ärmsten Länder der Welt.

(an/dpa)

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