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Demonstranten in Istanbul fordern Umwandlung der Hagia Sophia zur Moschee

16.3.2019 21:28 Uhr

Türkische Muslime fordern nach dem Anschlag auf Glaubensbrüder in Neuseeland die Umwandlung der Istanbuler Hagia Sophia in eine Moschee. Hunderte Demonstranten versammelten sich am Samstag vor dem symbolträchtigen Gebäude und verlangten, daraus wieder ein islamisches Gotteshaus zu machen.

Mit dem populistischen Aufzug reagierten sie auf die Forderung des mutmaßlichen Haupttäters von Christchurch, der am Freitag 49 Menschen massakriert hatte und in einem Pamphlet über seine Motive fantasierte. Darin äußerte er unter anderem die wirre Forderung, dass Istanbul wieder zu Konstantinopel würde und die "Hagia Sophia ohne Minarette" aufgestellt sein sollte.

Die in der Antike gebaute Hagia Sophia war die Hauptkirche des Byzantinischen Reiches und wurde mehrfach erneuert. Der schließlich unter Kaiser Justinian im 6. Jahrhundert errichtete Kuppelbau galt als eine der prachtvollsten Kathedralen der Christenheit, bis er nach der Eroberung durch die Osmanen 1453 zur Moschee umgebaut wurde. Seit 1935 beherbergt das Gebäude ein Museum. Muslimische Gruppen haben aber immer wieder gefordert, es solle wieder als Moschee dienen.

(dpa)