epa/Yonhab

Demonstranten fordern Rücktritt des Justizministers

10.10.2019 11:03 Uhr

In Südkorea sind zum zweiten Mal innerhalb von einer Woche Zehntausende Menschen auf die Straße gegangen. Sie protestierten gegen den umstrittenen Justizminister Cho Kuk. Ihm wird unter anderem moralisches Fehlverhalten vorgeworfen, gegen seine Familie wird derzeit wegen des Verdachts zwielichtiger Finanzgeschäfte und anderer Vorwürfe ermittelt.

Die Demonstranten verlangten bei einer Kundgebung am Mittwoch in Seoul außerdem, dass der sozialliberale Präsident Moon Jae In zurücktritt. Das Staatsoberhaupt hatte vor einem Monat gegen den starken Widerstand der Opposition den 54 Jahre alten Cho zum Minister ernannt.

Nach der von konservativen Gruppen organisierten Kundgebung auf dem Gwanghwamun-Platz in der Innenstadt wollten die Teilnehmer zum nahe gelegenen Präsidialamt ziehen, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap.

Ist Cho überhaupt amtstauglich?

Die Demonstration folgt einer Kundgebung liberaler Gruppen am Wochenende, die Cho Kuk unterstützen. Cho gilt auch als Architekt von Moons Plänen zur Reformierung der Staatsanwaltschaft. Die Konservativen halten Cho jedoch nicht für amtstauglich.

So soll dessen Familie in eine Beteiligungsgesellschaft investiert haben, die im Verdacht der Aktienpreismanipulationen und illegaler Transaktionen steht. Cho hatte während einer Befragung im Parlament gesagt, von der Gesellschaft nichts gewusst zu haben. Chos Frau, einer Universitätsdozentin, wird vorgeworfen, Dokumente gefälscht zu haben, um ihrer Tochter den Zugang zu einer Medizin-Hochschule zu ermöglichen.

Die Proteste gegen Cho, die bereits in der vergangenen Woche zahlreiche Menschen auf die Straßen brachten, gelten als die größten seit den Kundgebungen gegen die frühere Präsidentin Park Geun Hye. Die konservative Politikerin war im März 2017 ihrer Amtspflichten enthoben worden.

(an/dpa)

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