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Demenzkranke Frau getötet - Ehemann wollte ihr "Siechtum ersparen"

21.1.2019 18:40 Uhr

Vor dem Kölner Landgericht hat ein 84-Jähriger gestanden im März 2017 seine demenzkranke Ehefrau, mit der er 58 Jahre verheiratet war, getötet zu haben.

"Sie wollte nicht mehr leben, das hat sie fast täglich gesagt", sagte der Mann aus Bergisch Gladbach beim Beginn des Prozesses am Montag. Deswegen habe er seine Frau, mit der er 58 Jahre verheiratet war, im März 2017 umgebracht. In den Wochen vor ihrem Tod habe sie immer wieder gedroht, sich das Leben zu nehmen. Der Rentner ist wegen Totschlags angeklagt. Laut Staatsanwaltschaft gibt es keine anderen Zeugen für die behauptete Suizidabsicht der 80 Jahre alten Ehefrau.

Selbstmordversuch des Mannes

Nach der Tat versuchte der Mann, sich selbst umzubringen, überlebte aber. Er habe seiner Ehefrau längeres Siechtum ersparen wollen, hieß es in einem Abschiedsbrief, der im Gericht verlesen wurde. Seine eigene Kraft sei am Ende, schrieb der Mann.

Als er sich sicher war, dass seine Frau tot war, habe er seine Kinder in einer Whatsapp-Nachricht gebeten, vorbeizukommen, sagte der Deutsche. Über den Grad der Verzweiflung habe er vor der Tat mit seinen Kindern nicht gesprochen.

Gemeinsam in den Tod

Sie hätten sich schon vor langer Zeit versprochen gehabt, gemeinsam in den Tod zu gehen, wenn einer von ihnen an Alzheimer erkranke, sagte der Angeklagte weiter. Bis Ende Februar sind weitere Verhandlungstage geplant.

(gi/dpa)