DHA

Dem Transferwahnsinn ein Ende setzen

19.9.2019 14:07 Uhr

Es war eine Reaktion auf die vielen Nachrichten über Transferschulden der großen Fußballklubs, die Dr. Dudu Banu Cakar in einer schriftlichen Erklärung zusammenfasste: "Bedauerlicherweise steht für Trainer an allererster Stelle, die Mannschaft zum Meisterschaftstitel zu führen und sich damit die beste Position bei der nächsten Vertragsverhandlung zu sichern. Dieser Transferwahnsinn wird seit Jahren so gehandhabt, um die Fans bei Laune zu halten. Dem Ganzen sollten politische Autoritäten und Regierungsverantwortliche ein Ende setzen – zur Not auch mit Zwangsabstiegen der betroffenen Vereine."

Schulden der Fußballklubs, die Geschäftsführungen der Klubs sowie deren Entscheidungen waren in letzter Zeit oft Thema der Medienberichte. Die hohen Summen seien bedenklich im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit der Klubs, sagt Dr. Dudu Banu Cakar von der Sport Fakultät der Istanbuler Rumeli Universität: "Da die Klubs den rechtlichen Status eines Vereins innehaben, werden sämtliche Schulden diesem zugeschrieben und technisch ist eine Pleite unmöglich. Daher zieht man Maßnahmen zur Einnahmengenerierung heran, die denen der Sportgesellschaften auf Aktienbasis oder vergleichbaren Mitteln ähneln."

115,5 Millionen Euro für 45 Spieler

Frau Dr. Cakar sprach über seine Erkenntnisse basierend auf dem Zahlenmaterial und drückte klar ihre Bedenken aus: "Die Transfers der Saison 2019/2020 kosteten 115,5 Millionen Euro, wie wir erfahren haben. Ich bitte Sie ein besonderes Augenmerk nicht nur auf die Höhe, sondern auch die Währung dieses Betrages zu richten. Es gibt auf dieser Welt Länder, die für diesen Preis zu kaufen sind. Wir wissen, seit Jahren versuchen die Bankenvereinigung der Türkei und der Fußballbund ihr Möglichstes, um die Vereine aus ihrem Schuldenloch zu ziehen. Sei es durch Niedrigzinsen oder 10- Jahreslaufzeiten bei Verbindlichkeiten. Trotz allem kaufen sie Spieler für 115,5 Millionen Euro. Davon gingen 8 Fußballer an Besiktas, 14 an Galatasaray, 8 an Fenerbahce und 17 an Trabzonspor. Diese Gelder sind sehr bedenklich im Hinblick auf die finanzielle Genesung der Klubs und die Nachhaltigkeit der Vereine."

Sportstrategische Prioritäten

Meisterschaftstitel und die Sicherung der eigenen Position, sei für viele Trainer oberste Priorität. Dr. Cakar erklärt: "Unseren Studenten erklären wir: Um die Strategien einer Leitungsposition im Sport festzustellen, müssen wir Antwort auf zwei Fragen finden. Erstens: Welche verdeckte Lösungsstrategie wird auf das andauernde Problem aktuell angewendet? Und zweitens: Welche Priorität wird vom Klub oder dessen Leitung gesetzt, welche Strategie wird dabei verfolgt? Die Antworten lassen uns meist der Wahrheit ins Gesicht blicken. Diese Wahrheit zeigt, dass die Wirtschaftlichkeit der Fußballvereine zukünftig in einen sehr problematischen Zustand geraten wird."

(Hürriyet.de)

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