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Dax bleibt vor dem G20-Gipfel im Minus

30.11.2018 15:47 Uhr

Die Augen der Anleger starren heute wohl eher gespannt auf den G20-Gipfel als auf den Dax. Der sank Freitagnachmittag um 0,36 Prozent auf 11.257,27 Punkte. Zeitweise fiel er mit 11.208 Punkten sogar auf den tiefsten Stand der Woche zurück.

"G2 überstrahlt G20" - so kommentieren die Experten der Landesbank Baden-Württemberg LBBW das mit Spannung erwartete Treffen zwischen dem US-Präsidenten Donald Trump und Chinas Staatspräsident Xi Jinping. "Falls diese beiden den seit vielen Monaten schwelenden Handelsstreit für beendet erklären sollten, wäre an den Aktienmärkten wohl Jubelstimmung angesagt", erklärten die LBBW-Experten.

Auch im MDax zeigte sich die abwartende Haltung der Anleger: Der Index mittelgroßer Unternehmen verlor 0,92 Prozent auf 23.416,25 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 büßte lediglich 0,1 Prozent ein.

Neben dem Handelskonflikt zwischen den USA und China sorgten der Haushaltsstreit in Italien, der Brexit und nun auch das wieder aufgeflammte Thema Ukraine für Verunsicherung.

Unter Druck blieben auch Aktien der Deutschen Bank, die mit 7,993 Euro ein neues Rekordtief erreichten. Beim Geldhaus gehen die Durchsuchungen wegen des Verdachts auf Geldwäsche weiter. Die tags zuvor begonnene Razzia sei am Freitag fortgesetzt worden, um weiteres Material zu sichten, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Derweil erholten sich die Bayer-Aktien um 2,9 Prozent an der Dax-Spitze. Das angekündigte Maßnahmenbündel der Leverkusener stieß bei Analysten auf Zustimmung. Unter anderem soll mehr als jede zehnte Stelle weltweit gestrichen werden, wie bereits am Donnerstag bekannt geworden war.

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite von 0,18 Prozent am Vortag auf 0,17 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,07 Prozent auf 141,47 Punkte. Der Bund-Future kletterte um 0,12 Prozent auf 161,49 Punkte. Der Euro zollte zwei starken Tagen Tribut und sank auf 1,1361 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstagnachmittag auf 1,1387 Dollar festgesetzt.

(be/dpa)