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Datenklau: Tatverdächtiger handelte aus Ärger über Politik

8.1.2019 12:34 Uhr

Ärger über Politik als Motiv: Der vorübergehend festgenommene 20-Jährige hat Gründe für seine massiven Online-Angriffe auf Politiker und Prominente genannt.

Das teilte Oberstaatsanwalt Georg Ungefuk, der Sprecher der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main, in Wiesbaden mit. Zudem habe der Geständige erklärt, dass er alleine gehandelt habe. Die bisherigen Ermittlungen hätten keine Hinweise auf eine Beteiligung weiterer mutmaßlicher Täter gegeben, ergänzte Ungefuk.

Beweismittel werden ausgewertet

Zudem habe der 20-Jährige "über eigene Straftaten hinaus Aufklärungshilfe geleistet", so Ungefuk. Die bei Durchsuchungen beschlagnahmten Beweismittel wie Computer und Datenträger würden nun umfassend ausgewertet. Ein Computer, den der Verdächtige beiseite geschafft habe, sei gefunden worden.

Der Tatverdächtige, der am Sonntag in Mittelhessen festgenommen wurde und offenbar kein Computerfachmann ist, wurde nach seinem umfassenden Geständnis mangels Haftgründen wieder aus der Haft entlassen.

Rund 1000 Politiker betroffen

Der verdächtige 20-Jährige soll über das inzwischen gesperrte Twitter-Konto @_0rbit im Dezember zahlreiche persönliche Daten von Politikern und Prominenten als eine Art Adventskalender veröffentlicht haben.

Rund 1000 Politiker, Prominente und Journalisten sind nach Angaben des Bundesinnenministeriums von dem Online-Angriff betroffen. Etwa 50 Fälle seien schwerwiegender, weil größere Datenpakete wie Privatdaten, Fotos und Korrespondenz veröffentlicht worden wurden.

(bl/dpa)