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Das thailändische Paradies: Wie die lasterhafte Insel Phuket luxuriös wurde

27.12.2018 14:19 Uhr

Phuket hat mehr zu bieten als die laute Amüsiermeile von Patong und günstige Strandhotels. Auch stille Luxusoasen verstecken sich hinter den Küsten der thailändischen Ferieninsel.

Wenn die Sonne in der Andamanensee versinkt, erwacht in Patong das schrille Leben. Laute Musik, billiges Bier und viel nackte Haut. Phukets Partymetropole erfüllt sämtliche Klischees von Thailand als Reiseziel für Männer mit eindeutigen Absichten.

Wenige Kilometer weiter südlich präsentiert sich die Insel ganz anders: elegant, stilvoll und edel. An Phukets Südspitze entstand 1986 mit dem "Royal Phuket Yacht Club" das erste Luxushotel der Insel. Deren Image formte sich während des Vietnamkriegs. Es blühte die Prostitution. Nach den Soldaten kamen die Hippies und Rucksacktouristen.

Nobelhotels auf Phuket

Erst mit dem Hotel am Nai Harn Beach wurde die Insel auch für anspruchsvolle Reisende zu einem Ziel. James-Bond-Darsteller Roger Moore stieg ebenso hier ab wie Peter Ustinov und einige Royals. König Bhumibol höchstpersönlich adelte Phukets neues Luxusreiseziel durch die Phuket King´s Cup Regatta. 1987 ließ der leidenschaftliche Segler die königliche Regatta erstmals vor dem Nobelhotel austragen.

Seit 1986 wechselte das terrassenförmig an die Küste gebaute Luxushotel mehrfach Besitzer und Betreiber, bis es 2015 unter dem Namen "The Nai Harn" neu eröffnet wurde. Geführt wird es von einem Deutschen. "Dieses Haus hat den Tourismus auf Phuket mitgeprägt", sagt Hoteldirektor Frank Grassmann. Inzwischen ist es nur noch eines von vielen Nobelhotels auf Phuket, von "Anantara" über "Banyan Tree" und "Six Senses" bis "Trisara".

Der Regierung liegt viel daran, Thailand auf dem globalen Reisemarkt edler zu präsentieren. Dazu passt auch die Erfolgsgeschichte des "Amanpuri" an der Westküste der Insel. Zwei Jahre nach dem "Royal Phuket Yacht Club" eröffnete die heute weltweit vertretene Hotelkette Aman ihr Mutterhaus ausgerechnet auf Phuket. Das "Amanpuri" landet in internationalen Ranglisten seit Jahren unter den besten Resorts der Welt. Das weitläufige Luxusresort mit seinen gigantischen Villen verlangt für Unterkunft und seine Gourmet-Restaurants gesalzene Preise, doch die internationale Gästeschar ist bereit zu zahlen.

Die Thai-Küche

Dass viele Gäste die Nobelherbergen nur selten verlassen, findet Thailand-Kenner Grassmann schade. Er versucht, sein Haus durch ein unprätentiöses Strandrestaurant für die Einheimischen zu öffnen und schickt seine Gäste an den für jeden zugänglichen Nai Harn Beach. Der ist bei Urlaubern beliebt, aber auch bei Einheimischen.

"Wir sind stolz auf unsere Restaurants, aber wer die Thai-Küche und die Kultur der Einheimischen richtig kennenlernen will, muss auf ihre Märkte gehen und in die Garküchen", sagt Grassmann.

Der Hotelier empfiehlt ein simples Bambushütten-Restaurant mitten im Mangrovenwald oder eine Tour mit dem Tuk Tuk ins Fischerdorf Rawai. Dort biegen sich die Tische der Marktstände unter Muscheln, Krabben, Lobstern und Fischen. Was man dort für ein paar Baht kauft, trägt man auf die andere Straßenseite in eines der Restaurants. Dort wird der frische Fang gewogen und nach Wunsch zubereitet. Man zahlt nach Art und Gewicht der mitgebrachten Ware. Zusammen mit ein paar Beilagen und Getränken kostet ein Essen nur wenige Euro.

Allerlei Krabbeltiere

Noch billiger ist der Wochenmarkt von Phuket, in dessen Altstadt sich die portugiesischen Kolonialherren mit prachtvollen Gebäuden verewigt haben. Auf dem Nachtmarkt werden für westliche Gaumen weniger appetitliche Köstlichkeiten angeboten - nicht nur Fleischspieße und Garnelen, auch allerlei Krabbeltiere.

Vorher sollte man einen Abstecher zum großen Wat Chalong machen, dem größten Tempel Phukets. Der 45 Meter große, mit weißem Jade-Marmor überzogene "Big Buddha" ist das Wahrzeichen der Insel. Prachtvoll thront er weithin sichtbar auf dem Nakkerd Hill.

Von den Terrassen reicht der Rundumblick von Phuket-Stadt und die Chalong-Bucht im Osten bis zur Bucht von Kata und Patong im Westen. Beim Großen Buddha kommen alle zusammen - vom Patong-Urlauber in Shorts, Muskelshirt und Flipflops mit sehr junger Frau bis zum Luxusgast, der mit einer Limousine vorbeifährt.

(be/dpa)

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