Das Kaugummi wird 150 Kaugummi - Aufgedeckte Mythen

26.7.2019 21:00 Uhr

Es ist eigentlich nur ein klebriger Klumpen im Mund. Und doch ist das Kaugummi bis in den letzten Winkel der Welt vorgedrungen. Heute vor genau 150 Jahren, sichert sich der US-Amerikaner Amos Tyler das Patent für das Grundrezept - das übrigens aus einer Abwandlung von Erdöl besteht. Der älteste bekannte Kaugummi-Vorläufer ist mehr als 9000 Jahre alt. Damals bissen Menschen im heutigen Skandinavien auf Birkenharz herum. Warum die das gemacht haben? Wenn der Mensch isst, sichert er sein Überleben - deshalb beruhigt schon das Kauen. Auch heute noch.

In der langen Geschichte des Kaugummis haben sich viele Mythen um die klebrige Masse gerankt.

Mythos Nummer 1: Kann Kaugummikauen das Zähneputzen ersetzen? Die Antwort vom Vizepräsidenten der Bundeszahnärztekammer kommt prompt: ein deutliches Nein. Allerdings: Kaugummikauen kann die Mundhygiene unterstützen, weil die Speichelproduktion angeregt wird. Speichel neutralisiert den pH-Wert im Mund und wirkt antibakteriell.

Mythos Nummer 2: Verursachen Kaugummis Karies? Hier gibt der Experte teilweise Entwarnung. Zumindest bei zuckerfreien Kaugummis besteht keine Karies-Gefahr.

Mythos Nummer 3: Ist das Runterschlucken von Kaugummis schädlich? Nein. Keiner muss sich Sorgen machen, wenn er mal aus Versehen einen Kaugummi verschluckt. Das ist noch nicht schädlich und kein Grund, zum Arzt zu gehen.

Mythos Nummer 4: Fördert Kaugummikauen die Konzentration? Ja! Jedes Kauen, also auch Kaugummikauen, regt die Durchblutung des Gehirns an. Das kann die Gehirnaktivität und damit die Konzentration fördern.

Egal, zu welchen Anlässen Menschen Kaugummi kauen - eins dürfte feststehen: Die klebrigen Klumpen sind nur noch schwer aus unserem Leben wegzudenken.

(it/dpa)