Imago/Thomas Bielefeld

Darum ist Lucien Favre in Dortmund so erfolgreich

21.12.2018 11:55 Uhr

Für Marco Reus ist er "fachlich und menschlich der beste Trainer, den ich je hatte", für Hans-Joachim Watzke ist er "komplett anständig" und mit "einem sehr feinen Witz" ausgestattet. Lucien Favre hat die Herzen bei Borussia Dortmund in einem halben Jahr im Sturm erobert und lässt den achtmaligen deutschen Meister von weiteren Titeln träumen.

Der 61-Jährige würde damit auch seine persönliche Bilanz aufpolieren. Obwohl der Schweizer bei Hertha BSC, Borussia Mönchengladbach und OGC Nizza erfolgreiche Jahre hinter sich hat, waren die beiden Meisterschaften 2006 und 2007 (FC Zürich) sowie die beiden Pokalsiege 2001 (Servette Genf) und 2005 (FC Zürich) in seiner Heimat die einzigen Trophäen, die Favre als Trainer gewonnen hat.

"Es gefällt mir hier"

An Titel denkt der Ex-Profi trotz der Herbstmeisterschaft mit dem BVB aber noch nicht. "Es gefällt mir hier, und die Arbeit macht viel Spaß", lautete Favres Zwischenfazit vor dem Duell heute Abend gegen seine alte Liebe Borussia Mönchengladbach zum Hinrunden-Abschluss.

Vollständig ist er bei den Schwarz-Gelben nach seiner eigenen Einschätzung aber noch nicht angekommen. "Ich brauche meine Zeit. Ich muss mich noch an ein paar Sachen gewöhnen", sagte Favre.

Die Verantwortlichen sehen dies allerdings anders. Eine vorzeitige Verlängerung des bis Juni 2020 laufenden Vertrags wird angestrebt. "Wir werden zu gegebener Zeit die Gespräche aufnehmen", sagte Sportdirektor Michael Zorc.

Favre und Reus ein kongeniales Duo

Die Spieler würde es freuen. Favre hat viele Profis mit seiner Detailbesessenheit besser gemacht. "Er zeigt dir, wie du verteidigen sollst, wo du richtig stehst, welchen Fuß des Mitspielers du anspielen musst", erklärte Reus. Selbst Mario Götze schwärmt von den "vielen kleinen Dingen", obwohl er es unter Favre nicht immer leicht hat. Es sind die Details, die am Ende den Unterschied ausmachen können.

Eines davon: Favre hat Reus im Sommer zum Kapitän gemacht. Der 29-Jährige zahlt es mit glänzenden Leistungen zurück. Das Vertrauensverhältnis zwischen Favre und Reus ist ein Grund für den Höhenflug des BVB.

"Favre braucht seinen eigenen Kopf"

Nach einem leicht holprigen Saisonstart hat Favre zudem kleine Anpassungen vorgenommen. Vom 4-3-3-System wechselte er in ein 4-2-3-1 - mit Erfolg. 15 Ligaspiele blieben die Westfalen zum Saisonstart ungeschlagen. "Er ist ein wirklich sehr, sehr guter Trainer, er hilft vielen Spielern dabei, sich weiterzuentwickeln, sich nicht auszuruhen auf dem, was sie bisher erreicht und wie sie gespielt haben", sagte Manuel Akanji im Interview mit der Funke Mediengruppe.

Favre war schon im Sommer 2017 der Dortmunder Wunschkandidat als Nachfolger von Thomas Tuchel. Doch Nizza ließ den Coach nicht ziehen. Ein Jahr später klappte es dann doch. Favre habe zwar seinen eigenen Kopf, so Geschäftsführer Watzke: "Doch den muss er auch haben. Wie er Spieler mit Kleinigkeiten seziert und sie versucht, besser zu machen, kommt bei der Mannschaft super an."


(bl/afp)

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