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Dänemark: Mutter zapfte kleinem Sohn fünf Jahre lang wöchentlich halben Liter Blut ab

7.2.2019 16:34 Uhr

In Dänemark wurde eine Mutter zu vier Jahren Haft verurteilt, da sie ihrem Sohn fünf Jahre lang jede Woche einen halben Liter Blut abzapfte. Ein Gericht im westdänischen Herning sprach die 36-jährige Krankenschwester am Donnerstag der lebensgefährlichen Misshandlung für schuldig.

Ihren Beruf als Krankenschwester darf die Mutter nicht mehr ausüben. Die Frau verzichtete auf eine Berufung. Laut Anklage hatte die Frau mit der Blutentnahme begonnen, als ihr Sohn elf Monatealt war. Fünf Jahre lang unterwarf sie ihn wöchentlich von neuem der Tortur, bis sie im September 2017 festgenommen wurde - mit einem Blutbeutel noch in der Hand.

Junge litt an Blutmangel

Wegen Blutmangels hatte der Junge 110 Mal Bluttransfusionen bekommen. Nach seiner Geburt litt er zwar an einer Darmerkrankung, doch konnten sich die Ärzte seinen Blutmangel damit nicht erklären.

Vor Gericht sagte die Frau aus, sie könne ihr Verhalten selbst nicht verstehen: Es sei keine "bewusste Entscheidung" gewesen, sondern sei nach und nach so gekommen. Das Blut habe sie anschließend in die Toilette gegossen und die Spritzen in den Müll geworfen.

Mutter erleidet wahrscheinlich an Münchhausen-Stellvertreter- Syndrom

Experten glauben, dass die Frau unter dem Münchhausen-Stellvertreter- Syndrom leidet, einer ausgesprochen seltenen psychischen Erkrankung, bei der Mütter bei ihrem Kind schwere Krankheiten vortäuschen oder auch verursachen, um sich dann öffentlich besonders liebevoll und aufopfernd um es zu kümmern. Auch die 36-Jährige verbreitete in den Online-Netzwerken von sich das Bild einer alleinerziehenden Mutter, die rührend um ihren kranken Sohn kämpft. Der heute Siebenjährige lebt inzwischen beim Vater.

(gi/afp)