epa/Mads Claus Rasmussen

Dänemark ist verwirrt

21.8.2019 12:03 Uhr

"Farce", "Witz", "Überraschung" - Die Reaktionen auf die Absage Donald Trumps seines geplanten Staatsbesuches sind in Dänemark vielfältig. "Es war eine Überraschung, aber wir haben nichts Weiteres dazu zu sagen", erklärte Lene Balleby, die Sprecherin des dänischen Königshauses, dem dänischen Rundfunk DR am Mittwochmorgen.

Der US-Präsident hatte die Absage am Dienstagabend auf Twitter damit begründet, dass die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen nicht über einen Verkauf Grönlands reden wolle.

"Soll das ein Witz sein?"

Die ehemalige Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt fand in dem Kurznachrichtendienst deutlichere Worte als das Königshaus. "Soll das ein Witz sein? Zutiefst beleidigend für die Menschen in Grönland und Dänemark", schrieb die Sozialdemokratin zu Trumps Absage. Der Chef der rechtspopulistischen Volkspartei, Kristian Thulesen Dahl, sprach von einer "Farce". Die Regierung kündigte eine Stellungnahme Frederiksens für den Nachmittag an.

Trump hatte geschrieben, die Ministerpräsidentin habe den USA und Dänemark "einen sehr großen Aufwand" erspart, indem sie so direkt gewesen sei, dass sie Grönlands Verkauf nicht beim Treffen diskutieren wolle. Dafür danke er ihr, fügte er hinzu.

Ein Sprecher des Weißen Hauses stellte später klar, dass der gesamte Besuch am 2. und 3. September abgesagt sei. Der Präsident und First Lady Melania hatten mit der Reise in das skandinavische Land eigentlich einer Einladung der dänischen Königin Margrethe II. Folge leisten wollen.

(an/dpa)

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