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CSU will Mitglied wegen rechtsextremer Aktion ausschließen

1.4.2019 12:59 Uhr

In Nürnberg soll an einer Aktion mit anschließendem Fackelmarsch von Rechtsextremisten auch ein CSU-Mitglied beteiligt gewesen sein - die CSU will den Mann nun aus der Partei ausschließen.

"Eine solche Aktion ist mit unseren Grundwerten nicht vereinbar, wir verurteilen sie aufs Schärfste", erklärte CSU-Generalsekretär Markus Blume am Montag. "Wer sich daran beteiligt, hat in unserer Partei jegliche Mitwirkungsmöglichkeit verwirkt." Der Parteiausschluss solle "schnellstmöglich" erfolgen.

Der Fackelmarsch der Rechtsextremisten

Die Rechtsextremisten hatten sich Ende Februar zunächst mit Fackeln vor einer Flüchtlingsunterkunft versammelt. Später zogen sie mit den dann angezündeten Fackeln zum einstigen NS-Reichsparteitagsgelände. Dort posierten sie auch auf der Zeppelintribüne, von der einst Adolf Hitler gesprochen hatte.

CSU-Mitglied bekennt sich selbst und verteidigt die Aktion

Der Bayerische Rundfunk (BR) berichtet nun, dass an der Aktion ein 22-jähriges CSU-Mitglied beteiligt gewesen sei. Der Mann sei zwar eigenen Angaben zufolge nach einer Polizeikontrolle vor der Flüchtlingsunterkunft gegangen, verteidige den Fackelzug aber. Andere Lichter hätten "nicht so viel Aufmerksamkeit" gebracht, "deswegen waren es halt dann die Fackeln", zitierte ihn der BR.

Blume erklärte, bislang lägen der CSU weder von der Polizei noch von der Staatsanwaltschaft belastbare Aussagen vor, dass es sich um ein CSU-Mitglied handele. "Nachdem sich das Mitglied allerdings selbst bekennt und die Aktion verteidigt, wird selbstverständlich sofort gehandelt." Man werde in enger Abstimmung mit dem Bezirksverband "alles in die Wege leiten, um dieses Parteimitglied schnellstmöglich aus der CSU auszuschließen". Nach CSU-Angaben ist der Mann ein einfaches Mitglied ohne Parteifunktionen.

(gi/dpa)