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Crowdfunding - Der Wuppertaler SV ist gerettet

20.1.2019 13:55 Uhr, von Chris Ehrhardt

Es war eine enorme Schuldenlast, die den Viertligisten Wuppertaler SV drückte. Doch der finanzielle Niedergang scheint gestoppt zu sein. Via Crowdfunding, Einzelspenden und Spielerverkäufen konnte sich der Klub aus dem Bergischen Land 260.000 Euro "erarbeiten", die das wirtschaftliche Überleben sichern. Ob das nach dem spielerischen Aderlass in der Schwebebahnstadt Wuppertal auch sportlich machbar sein wird, muss sich erst noch zeigen.

Der WSV ist der Klub, der mit Spielern wie Günter "Meister" Pröpper, Keeper Manfred Müller, der später auch das Tor beim FC Bayern München hütete, Jürgen Kohle, Manni Reichert, Gustl Jung, Dieter Lömm und weiteren großen Kickern in den siebziger Jahren in die Bundesliga aufstieg und bereits im ersten Jahr als Neuling auf den vierten Platz der Tabelle sprang. Noch in der Abstiegssaison wurden die Bayern im Stadio am Zoo von Wuppertal mit 3:1 weggefegt. Danach kam der sportliche Niedergang. Aus der 2. Bundesliga ging es runter bis in die Oberliga. Es folgten kurze Wiederaufstiege und letztlich sogar der Zwangsabstieg.

Der Niedergang des WSV hat System

Vor acht Jahren (2013) wollte sich der Wuppertaler SV dann neu strukturieren - die Initiative WSV 2.0 wurde ins Leben gerufen. Der Weg führte in die Fünftklassigkeit, um von dort wieder "oben anzugreifen". Schuldenfrei und sauber. Das Ganze währte nach dem Aufstieg in die Regionalliga West im Jahr 2016 keine Ewigkeit. Schon Ende 2018 war der bergische Traditionsverein wieder in einer finanziellen Schieflage und teilte mit, alle Spieler stünden zum sofortigen Verkauf, beziehungsweise sie seien frei, sich einen neuen Verein zu suchen. Damit sollten die Personalkosten reduziert werden.

Quelle: <span>imago/Otto Krschak</span>

Zudem wurde nach dem Vorbild eines anderen Traditionsvereins aus der näheren Region, Wattenscheid 09, ein Crowdfunding gestartet, um Barmittel zu generieren. Zum Stichtag sollen hierbei mehr als die benötigten und erbetenen 100.000 Euro zusammengekommen sein. Berichtet wird aus Vereinskreisen, dass knapp 130.000 Euro zusammenkamen. Doch das ist längst nicht das Ende der Fahnenstange. Wie die Vereinsführung mitteilte, sei es noch ein weiter Weg, bis man sich völlig von der Last befreien könne.

Zu finanziellen Problemen kommt der spielerische Aderlass

Hinzu kommt dann noch der sportliche Aspekt. In der Regionalliga West rangiert der WSV derzeit auf dem sechsten Tabellenplatz. Doch ein Testspiel vom Wochenende zeigte, das wird eher nicht so bleiben. Gegen den Westfalen-Oberligisten ASC 09 Dortmund gab es im Testspiel am Samstag eine böse 1:4-Klatsche für den Wuppertaler SV und das lässt Böses für die Rückrunde in der Regionalliga befürchten. Besonders aus dem Grund, dass der WSV keine echten Stürmer mehr in seinen Reihen weiß. Und beim Sportlichen können die hervorragenden Fans des WSV nicht mehr helfen.

(afp)

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