DHA

Coronavirus: Türkei beschleunigt Entwicklung von medizinischem Gerät

2.5.2020 21:59 Uhr

Um Millionen und Abermillionen von Euro jährlich einzusparen, die der Kauf von Medizinprodukten aus dem Ausland kostet, hat die Türkei ihre Bemühungen verstärkt, diese Geräte stattdessen im Land zu entwickeln und herzustellen. Ankara zielt richtigerweise darauf ab, sich mit medizinischem Gerät selbst zu versorgen.

Die Ausgaben für den Import von Medizinprodukten wie Atemschutzmasken oder Röntgensystemen beliefen sich in den letzten fünf Jahren nach staatlichen Angaben in der Türkei auf mehr rund acht Milliarden Euro. Im letzten Monat orientierte sich die Türkei daran, die Massenproduktion von mechanischen Beatmungsgeräten anzustoßen, die für die Behandlung von Covid-19-Patienten von entscheidender Bedeutung sind.

Geräte sollen die Hälfte des Marktpreises kosten

Die Verteidigungs- und Technologieunternehmen Baykar, Aselsan und Arcelik unterstützten das mechanische Beatmungsmodell des Medizintechnikunternehmens BIOSYS, von dem in nur zwei Wochen 100 Einheiten vom Band liefen. Im Rahmen des Projekts sollen bis Ende Mai 5000 Einheiten produziert werden. Der Preis liegt auf dem Weltmarkt zwischen 13.000 und 18.000 Euro. In der Türkei hergestellte Einheiten kosten jedoch weniger als die Hälfte des Marktpreises. Aufgrund der starken Atemnot, die eine Folge des Virus ist, hat die Pandemie den Bedarf an medizinischen Beatmungsgeräten erhöht, was Verteidigungs-, Technologie- und Automobilunternehmen auf der ganzen Welt neue Impulse für die Erforschung und Herstellung der Geräte gab.

Das türkische Verteidigungsunternehmen Aselsan konzentriert sich auf medizinische Bildgebungsgeräte wie Magnetresonanz- (MR) und Röntgengeräte. Das Unternehmen entwickelte ein mobiles Röntgensystem und konzentrierte sich nach Angaben der türkischen Präsidentschaft für Verteidigungsindustrie auf die Massenproduktion. Das System, das tragbar sein kann, wird voraussichtlich in eineinhalb Jahren fertig sein, stellte die Präsidentschaft fest. Im Rahmen seiner Bemühungen stellte Aselsan im Inland mehrere Teile des Röntgensystems her, darunter Generator, Kollimator, Detektor und Kabel. Das Gerät wurde vom Unternehmen selbst entworfen. Aselsan konzentrierte sich auch auf die Herstellung anderer medizinischer Geräte - wie zum Beispiel MR-Geräte.

(ce)

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