imago images / Future Image

Coronavirus: Italiens Internet wegen Fortnite überlastet

16.3.2020 13:29 Uhr, von Chris Ehrhardt

Die Eltern europaweit stehen vor einem Problem: Schulen werden geschlossen, Spielplätze, Schwimmbäder und Freizeitanlagen sind gesperrt. Darum vergnügen sich die Kids online bei Games wie Fortnite oder schauen Streamingdienste wie Netflix und sorgen dadurch für maximale Auslastungen beim Netzbetrieb. Italien verzeichnete ein um 70 Prozent gestiegenes Datenvolumen und das führte bereits zu Netzüberlastungen. Kann das in Deutschland auch passieren und ist dort mit Problemen zu rechnen?

Die Telecom Italia verzeichnet aufgrund der Netzauslastung basierend auf dem Coronavirus und Schulschließungen sowie Ausgangssperren einen maximalen Run auf die Onlinedienste. Es wird vermehrt online bestellt, um Gänge nach draußen zu vermeiden. 500 Millionen Kinder weltweit, die keine Schule mehr haben, spielen allein oder mit ihren Freunden Online-Games wie Fortnite oder Call of Duty. Streamingdienste oder netzbasiertes TV via Internet erleben derzeit Zugriffs-Peaks in nicht erlebter Größenordnung. Eine Mehrlast von 70 Prozent kommuniziert das Unternehmen in Italien, was zu regionalen Netzüberlastungen führte. Da war der Frust vorprogrammiert. Gerade Spieler, die länger nicht aktiv waren und Updates im Bereich von mehreren Gigabyte durchführen musste, um überhaupt zocken zu können, haben ihren Teil dazu beigetragen.

Drohen ähnliche Probleme auch in Deutschland?

Wie Telecom Italia meldete, habe man bemerkt und aufgezeichnet, dass gerade Fortnite einen echten Boom erlebt. Dadurch wurden laut Luigi Gubitosi, Chef der Telecom Italia, weit höhere Netzvolumina als vorher abgerufen. Das läge aber nicht nur an Fortnite, sondern auch an den Streamingdiensten wie Prime oder Netflix. Generell sei das italienische Netz jedoch stabil und würde reibungslos funktionieren – mit kleineren regionalen Ausnahmen.

Nachdem nun weitere Länder in Europa hinzugekommen sind, was Schulschließungen und Ausgangssperren angeht, werden sich auch weitere Länder vor einer ähnlichen Problematik sehen. In Deutschland war bereits am Wochenende feststellbar, dass die Wartezeiten zur Rundenbildung (Matchmaking) bei Fortnite steigen. Und auch zu späterer Zeit änderte sich daran herzlich wenig, was auf vermehrte Zugriffe schließen lässt. Gerade am Montag, wenn die Kinder mit Corona-Schulfrei die Server stürmen, dürfte das nochmals zunehmen. Eine Anfrage an die Telekom und Vodafone seitens Hürriyet.de, wie Deutschland in der Hinsicht aufgestellt ist und ob sich Eltern vorbereiten müssen, auf "nölenden Nachwuchs" einzugehen, weil die Netz-Performance abnimmt, läuft derzeit und wird nach Rückmeldung ergänzt.

Vodafone gut gerüstet für höhere Netzbelastung

Auf die Frage von Hürriyet.de, ob man sich bei Vodafone ähnlichen Problemen ausgesetzt sehe, wie sie derzeit in Italien bei der Telecom Italia beobachtet werden, antwortete Volker Petendorf, Konzernsprecher und Chef vom Dienst (CvD) der Pressestelle bei Vodafone, dass das Unternehmen sich gut aufgestellt habe, auch deratige Peaks abzufangen: "Derzeit sehen wir noch keine deutliche Steigerung des Datenverkehrs in unseren Netzen. Wir gehen aber von einer erhöhten Nutzung in nächster Zeit aus. Mehr Home Office und Zuhause bleibende Schüler werden vor allem zu einer stärkeren Festnetznutzung führen. Hier sehen wir uns gut gerüstet, insbesondere für die klassischen Anwendungen."

Dass es aber zu Lasterhöhungen kommen wird, davon geht auch Vodafone aus und setzt diesbezüglich vorausschauend auf Monitoring, um im Ernstfall Nachjustierungen vornehmen zu können. Dazu sagte Volker Petendorf: "Allerdings zeigen Nachbarländer, wie eine massive Gaming- und Streaming-Nutzung zusätzliche Last auf Netze bringen kann. Spezielle Teams beobachten daher die Situation Tag und Nacht sehr genau und können zeitnah Maßnahmen auf den Weg bringen, um bei Bedarf gegenzusteuern."

Weitere Informationen, wie Vodafone mit dem verstärkten Zugriff auf das Netz durch den Coronavirus umgeht, finden sich im entsprechenden Artikel des Unternehmens.

Zuletzt aktualisiert : 3/16/2020 15:30

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.