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Coronavirus: "Ausgangsbeschränkungen" in Österreich angeordnet

15.3.2020 15:23 Uhr

Nach Informationen der Nachrichtenagentur APA hat die österreichische Regierung "Ausgangsbeschränkungen" für das ganze Land angeordnet.

Bundeskanzler Sebastian Kurz wurde von der Agentur am Sonntag mit den Worten zitiert, es gebe fürs erste nur drei Gründe, das Haus zu verlassen: nicht aufschiebbare Arbeit im Beruf, dringende Besorgungen wie Einkauf von Lebensmitteln sowie die Notwendigkeit, anderen Menschen zu helfen.

Wer im dringenden Fall ins Freie möchte, "der darf das ausschließlich alleine machen oder mit den Personen, mit denen er in der Wohnung gemeinsam zusammenlebt", sagte der Bundeskanzler zur APA. Bereits ab Sonntag sollte demnach die Polizei an Spielplätzen und im öffentlichen Raum unterwegs sein. Sie werde größere Gruppen auffordern, ihre Versammlungen zu unterlassen.

Kurz zuvor hatte die Agentur bereits gemeldet, dass auch Restaurants komplett geschlossen werden. Der Kanzler begründete dies laut APA damit, dass die Versorgung über die Supermärkte und Lieferdienste gesichert sei. Kurz betonte, dass Österreich auf einen Notbetrieb heruntergefahren werden müsse und erinnerte auch daran, dass die Geschäfte ab Montag in nicht alltagsnotwendigen Branchen schließen müssten und auch an den Schulen keine Unterrichtspflicht mehr bestehe.

Zivis und Milizsoldaten sollen bei Krisenbewältigung helfen

Grundlage für die Maßnahmen ist demnach ein umfassendes Sondergesetz, das noch am Sonntag von National- und Bundesrat beschlossen werden sollte. Laut APA werden nun überdies ehemalige Zivildienstleistende und Milizsoldaten zur Krisenbewältigung eingezogen. "Wir stehen vor der Aufgabe, wo jeder seine Verantwortung hat und wo jeder seinen Beitrag leisten muss", sagte Kurz.

Kurz kündigt weitere Flugverbote an

Der Kanzler kündigte zugleich weitere Flugverbote an. Demnach sind zunächst keine Flüge mehr nach Russland, in die Ukraine, Großbritannien und in die Niederlande möglich. Zuvor waren bereits die Flugverbindungen nach Italien, Spanien, Frankreich und in die Schweiz gekappt worden.

Die Österreicher stehen im Kampf gegen das Coronavirus hinter der Regierung in Wien, wie APA unter Berufung auf eine Gallup-Umfrage meldete. Fast zwei Drittel (63,5 Prozent) waren demnach der Meinung, dass die Regierung mit der Situation richtig umgeht. Fast 80 Prozent der Befragten zeigten sich bereit, Einschränkungen in Ihren persönlichen Freiheiten in Kauf zu nehmen, wenn es hilft, die Ausbreitung des Virus zu verhindern.

In Österreich sind bislang 800 Menschen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Ein Patient starb.

(be/afp)

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