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Coronavirus-Angst: Besucherrückgang im Großen Basar

6.3.2020 20:06 Uhr

Obwohl in der Türkei noch kein aus Regierungskreisen bestätigter Fall des neuartigen Coronavirus gemeldet wurde, hat die Angst vor einer Ausbreitung trotzdem bereits Früchte getragen. So vermeldet beispielsweise der Große Basar (Kapali Carsi), der größte überdachte Markt Europas in der Millionenmetropole Istanbul, einen dramatischen Besuchereinbruch.

Wie der Vorsitzende der Händlervereinigung des Großen Basars, Hasan Ferit, verriet, seien die Straßen des Großen Basars in den letzten zehn Tagen wie ausgestorben gewesen. Man sei eigentlich sehr gut ins Jahr 2020 gestartet, so Firat, doch "jetzt macht uns der Ausbruch des Coronavirus Sorgen. Die Zahl der Besucher im Großen Basar ist dramatisch gesunken", wie Firat der Wirtschaftszeitung Dünya sagte.

Keine Besucher, keine Reisebusse

Wo sich normalerweise die Besucher auf den 64 Straßen des Basars tummeln, herrsche nun Leere und auch Reisebusse kämen kaum noch zu einer der wohl bedeutendsten Touristenattraktionen Istanbuls. "Wir befürchten, dass es noch viel schlimmer werden könnte. Normalerweise sind die Geschäfte im Basar im Winter bis 19:00 Uhr geöffnet, jetzt machen die Besitzer um 17:30 Uhr zu und gehen nach Hause".

Die "Goldkammer" Istanbuls

Rund 2500 Ladengeschäfte in dem 560 Jahre altem Gebäudekomplex haben in den letzten zehn Jahren jeweils für rund 60 Prozent der türkischen Goldverkäufe gesorgt, so Firat weiter. Diese Zahl könnte sich in 2020 halbieren, wenn es so weitergeht, befürchtet der Geschäftsinhaber. Viele Ladeninhaber hätten bereits aufgegeben und dort, wo man früher jahrelang auf einen freien Spot warten musste, gibt es nun mindestens 20 Ladengeschäfte, die zum Verkauf oder zur Miete freistehen.

Das Handelsvolumen sei seit 2014 um rund 80 Prozent gesunken, sagt ein weiterer Ladenbesitzer. "Wir verkaufen High-End-Produkte. Dafür brauchen wir europäische, kanadische und US-amerikanische Touristen, die viel Geld ausgeben. Heutzutage kommen chinesische, arabische oder iranische Touristen, die nicht so viel ausgeben möchten. Der durchschnittliche Einkauf pro Kopf lag 2014 noch bei rund 1200 Dollar (ca. 1060 Euro). Im letzten Jahr fiel er auf 617 Dollar (ca. 546 Euro), so der Manager eines Antiquitätengeschäfts, Mustafa Burkut.

Süßigkeiten- und Gewürze sind im Kommen

Während die Goldverkäufer es im Großen Basar momentan nicht unbedingt einfach haben, ist die Anzahl an Süßigkeiten- und Gewürzshops weiter gestiegen. Mittlerweile gibt es 55 solcher Läden – aber natürlich haben noch die Juweliere (600 Shops) und die Textilverkäufer (328 Shops) die Nase vorne.

(be)

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