Symbolbild: imago images / MaBoSport

Corona-Verdacht: Mehr als tausend Polizisten außer Dienst

10.4.2020 18:27 Uhr

Mehr als tausend Mitarbeiter waren bei der Bundespolizei zuletzt wegen Verdachts auf eine Coronavirus-Infektion oder vorsorglich in Quarantäne. Das geht aus einer Auskunft des Bundesinnenministeriums an den FDP-Bundestagsabgeordneten Benjamin Strasser hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuvor hatte die "Augsburger Allgemeine" (Donnerstag) darüber berichtet.

"Bei 1.042 Angehörigen der Bundespolizei besteht zum Stichtag 31. März 2020 der Verdacht einer Infektion mit dem Corona-Virus bzw. wurden vorsorgliche Quarantäne-Maßnahmen festgelegt", schreibt das Innenministerium. Besonders viele Betroffene waren es bei der Bundespolizeidirektion München (286 Menschen). Bei 66 Angehörigen der Bundespolizei sind demnach Infektionen bestätigt.

Strasser machte mangelnde Schutzausrüstung für die Ausfälle verantwortlich. "Es ist problematisch, dass es immer noch einen geringen Bestand an Atemschutzmasken mit Filtern gibt", sagte der FDP-Abgeordnete der "Augsburger Allgemeinen".

Aus einer früheren Auskunft des Innenministeriums an Strassers Fraktionskollegen Oliver Luksic geht hervor, dass die Bundespolizei Mitte März über rund 40 000 höherwertige Schutzmasken (FFP2 oder FFP3) verfügte sowie über rund 71 000 Mundschutze. Die Bundespolizei hat rund 40 000 Vollzugsbeamte. "Bei ausgiebiger Nutzung sind diese Vorräte innerhalb weniger Tage aufgebraucht, daher können nicht alle bei Kontrollen ausreichend ausgestattet sein", kritisierte Luksic. "Die Bundesregierung muss daher alles dafür tun den Schutz unserer Polizisten auf Straßen, Bahnhöfen oder Flughäfen durch ausreichende Schutzausrüstung zu verbessern."

(gi/dpa)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.