Corona-Krise: Tausende Beschwerden über Airlines und Bahn

18.7.2020 8:00 Uhr

Nichts fliegt mehr, und dem Geld fürs Ticket muss man monatelang hinterherlaufen: Der Corona-Zusammenbruch strapaziert Flugpassagiere - doch nicht nur bei ihnen wächst der Ärger.

Annullierte Flüge und abgesagte Bahnfahrten gab es in der Corona-Krise zuhauf. Diese lassen jetzt die Zahl der Kundenbeschwerden in die Höhe schnellen. Allein an die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) haben sich in den vergangenen Wochen mehr als dreimal so viele Verbraucher gewandt wie im Vorjahreszeitraum.

In vier von fünf Fällen geht es um Flüge. Kunden wollen hier ihr Geld zurück, weil sie nicht fliegen konnten. Und weil in der Krise der Flugverkehr nahezu komplett zusammengebrochen war, befinden sich viele Airlines nun in Geldnot. Manche Fluggesellschaften versuchen, die Passagiere mit Gutscheinen abzufinden, die EU-Kommission stellte jedoch klar, dass das Geld zu erstatten sei.

Anders als am Himmel blieb auf der Schiene ein Großteil des Verkehrs erhalten. Bahnkunden konnten zwar fahren - viele wollten aber nicht, weil sie sich vor einer Ansteckung fürchteten oder weil ihre Reisegründe wegen der Pandemie wegfielen. Der Konzern hatte den Kunden anfangs Gutscheine für vor dem 13. März gebuchte Fahrten gewährt, die drei Jahre gültig sind. Für Fahrten nach dem 4. Mai verfallen die Guthaben jedoch schon nach dem 31. Oktober.

Über die Schlichtungsstelle SÖP konnte letztes Jahr in rund 90 Prozent der Fälle eine Einigung gefunden werden.

(it/dpa)