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Corona-Erkrankung: Johnson muss mit Sauerstoff versorgt werden

7.4.2020 9:45 Uhr

Große Sorge um Boris Johnson: Der britische Premierminister liegt mit einer Coronavirus-Infektion auf der Intensivstation und muss laut Medienberichten sogar mit Sauerstoff versorgt werden.

Wie die "Times" unter Berufung eines Arztes des Krankenhauses berichtet, benötigt der 55-Jährige vier Liter Sauerstoff. Normalerweise brauchen Intensiv-Patienten allerdings mehr Sauerstoff, was darauf hinweist, dass er sich in einem besseren Zustand befindet. Dafür spricht auch ein Bericht des "Guardian". Demnach ist der Premier bei Bewusstsein und muss nicht künstlich beatmet werden.

Johnson war noch "guter Stimmung"

Der Gesundheitszustand des 55-Jährigen hatte sich am Sonntagabend verschlechtert. Daraufhin war er mit typischen Covid-19-Symptomen ins Krankenhaus eingeliefert worden. Johnson ist weltweit der ranghöchste amtierende Politiker, bei dem eine Corona-Infektion nachgewiesen wurde. Außenminister Dominic Raab hat vertretungsweise die Regierungsgeschäfte übernommen.

Johnson hatte sich am Montag noch über Twitter aus dem Krankenhaus gemeldet und erklärt, er sei "guter Stimmung". Er stehe weiterhin in Kontakt mit seinem Team, mit dem er an der Eindämmung der Pandemie arbeite. Der Premier dankte zudem den "brillanten Mitarbeitern" des britischen Gesundheitssystems, "die sich in dieser schwierigen Zeit um mich und andere kümmern".

Merkel wünscht "viel Kraft"

Wünsche für die rasche Genesung Johnsons kamen unter anderen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und US-Präsident Donald Trump. Die Kanzlerin wünsche dem britischen Premier "viel Kraft und gute Besserung" und hoffe, dass er das Krankenhaus bald verlassen könne, twitterte Regierungssprecher Steffen Seibert.

Von der Leyen wünschte dem Premier ebenfalls eine "schnelle und vollständige Genesung". Ihre Gedanken seien bei Johnson und seiner Familie, twitterte sie. Macron erklärte, Johnson habe ebenso wie das britische Volk "in diesem schweren Moment meine ganze Unterstützung".

Trump betet für Genesung

Trump zeigte sich "sehr traurig" über Johnsons Verlegung auf die Intensivstation: "Die Amerikaner beten alle für seine Genesung", sagte der US-Präsident. Genesungswünsche für den britischen Premier kamen etwa auch von Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg, Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte, Polens Präsidenten Andrzej Duda und dem kanadischen Regierungschef Justin Trudeau.

Der neue Chef der britischen Labour-Partei, Keir Starmer, sprach von "sehr traurigen Neuigkeiten". Seine Gedanken seien bei Johnson und dessen Familie. Außenminister Raab kündigte im Sender BBC an, er werde als Vertreter des Premiers dessen Kurs im Kampf gegen das Coronavirus fortsetzen.

Johnson lehnte harte Maßnahmen ab

Johnson war zu Beginn der Corona-Krise in die Kritik geraten, weil er restriktive Maßnahmen abgelehnt hatte. Inzwischen gilt im ganzen Vereinigten Königreich eine Ausgangssperre. Bis Montag wurden in Großbritannien mehr 50.000 Corona-Infektionen nachgewiesen, fast 5400 Menschen starben. Auch Gesundheitsminister Matt Hancock und Thronfolger Prinz Charles hatten sich mit dem Erreger Sars-Cov-2 infiziert. Beide sind aber inzwischen wieder genesen.

(bl/afp)

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