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Coca-Cola in der Kritik wegen Sponsoring für EU-Ratspräsidentschaft

26.2.2019 13:53 Uhr

In einem am Dienstag veröffentlichten Brief forderte die Verbraucherorganisation Foodwatch den EU-Ratspräsidenten Donald Tusk und die rumänische Regierungschefin Viorica Dancila auf, die Partnerschaft mit Coca-Cola unverzüglich zu beenden. Foodwatch kritisiert damit die finanzielle Unterstützung der rumänischen EU-Ratspräsidentschaft durch den US-Konzern.

Angesichts grassierender Fettleibigkeit und Krankheiten wie Diabetes sei die Zusammenarbeit "absolut unangebracht". Zudem würden solche Sponsoring-Partnerschaften das Vertrauen der Öffentlichkeit in die EU-Institutionen schwächen.

Foodwatch startet E-Mail-Aktion

"Die Sponsoring-Partnerschaft der EU mit Coca-Cola schadet der Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit der Politik in Europa", erklärte Andreas Winkler von Foodwatch. "In vielen EU-Staaten wird zum Beispiel gerade über eine stärkere Besteuerung von zuckerhaltigen Getränken diskutiert – eine politische Maßnahme, gegen die Coca-Cola seit Jahren entschieden ankämpft."

Foodwatch startete eine E-Mail-Aktion, mit der Verbraucher sich bei Dancila und Tusk beschweren können. Unternehmens-Sponsorings erweckten den "Anschein eines Interessenskonflikts" und seien deshalb "schlichtweg inakzeptabel".

Sponsoring durch mehrere Unternehmen

Die Organisation wurde durch Fotos auf Twitter auf das Sponsoring aufmerksam. Sie zeigen Coca-Cola-Sitzsäcke, Plakate und Getränke bei einer Außenminister-Konferenz in Bukarest. Die rumänische Ratspräsidentschaft wird - wie viele Präsidentschaften zuvor - von einer ganzen Reihe von Unternehmen unterstützt. Zu den "Platin-Partnern" gehören neben Coca-Cola auch die Autohersteller Mercedes-Benz, Renault und der Mobilfunkkonzern Digi.

(sis/afp)