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CIA-Chefin Haspel zu Besuch bei König Salman

8.11.2019 20:40 Uhr

Nach der Spionageanklage gegen zwei saudiarabiische Staatsbürger in den USA ist CIA-Chefin Gina Haspel zu einem Treffen mit König Salman nach Saudi-Arabien geflogen.

Salman und Haspel hätten in der saudiarabischen Hauptstadt "eine Reihe von Themen von gemeinsamem Interesse" diskutiert, berichtete die staatliche saudiarabische Nachrichtenagentur SPA am Donnerstag. Ein US-Gericht hatte am Mittwoch zwei Saudi-Arabier und einen weiteren Mann angeklagt, weil sie Twitter-Nutzer ausspioniert haben sollen, die sich kritisch über die Königsfamilie äußerten.

Zwei ehemalige Twitter-Angestellte unter den Angeklagten

Bei dem Treffen zwischen Haspel und Salman waren laut SPA eine Reihe hochrangiger saudiarabischer Vertreter anwesend, darunter Außenminister Faisal bin Farhan Al-Saud und Geheimdienstchef Chalid al-Humaidan. Die drei am Mittwoch in San Francisco angeklagten Männer wurden nach Angaben des US-Justizministeriums verdächtigt, im Namen der saudiarabischen Regierung versucht zu haben, die Identitäten der Nutzer hinter kritischen Twitter-Konten aufzudecken. Bei zwei der Verdächtigen handelte es sich demnach um ehemalige Twitter-Mitarbeiter. Das Trio soll im Namen eines Mitglieds der Königsfamilie agiert haben. Einem Bericht der "Washington Post" zufolge gehen die Ermittler davon aus, dass es sich dabei um den mächtigen Kronprinzen Mohammed bin Salman handelt.

Anklage noch nicht geprüft

Ein hoher saudiarabischer Vertreter, der anonym bleiben wollte, sagte in Washington, Saudi-Arabien habe die Anklage noch nicht geprüft. Riad erwarte jedoch von all seinen Bürgern, "dass sie sich an die Gesetze der Länder halten, in denen sie leben", sagte der Beamte. Die diplomatischen Beziehungen zwischen den USA und Saudi-Arabien sind seit dem Mord an dem saudiarabischen Journalisten Jamal Khashoggi im vergangenen Jahr angespannt. Khashoggi war am 2. Oktober 2018 in der Botschaft Saudi-Arabiens in Istanbul von einem Agententeam aus Saudi-Arabien ermordet worden. UN-Ermittler fanden Hinweise auf eine Verwicklung des Kronprinzen. Dieser bestreitet jedoch jede Kenntnis von dem Plan zur Ermordung des Regierungskritikers.

(be/afp)

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