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CHP-Vorsitzender warnt vor Gewalt gegen Frauen

26.7.2020 16:21 Uhr, von Andreas Neubrand

In der Türkei nimmt die Gewalt gegen Frauen zu, sagte der Vorsitzende der größten Oppositionspartei CHP, Kemal Kilicdaroglu, und forderte ein sofortiges Handeln im Einklang mit den Forderungen der Frauenverbände. Die Regierung müsse die volle Gleichstellung der Geschlechter herstellen.

Anlass war der Fall Pinar Gültekin. Die Studentin wurde am 21. Juli in der südwestlichen Provinz Mugla tot aufgefunden. Die Polizei nahm ihren ehemaligen Freund als Hauptverdächtigen fest.

Sensibler gegen Frauengewalt werden

"Wir alle müssen sensibel gegenüber Gewalt gegen Frauen sein. Die Regierung sollte antworten: Warum nimmt die Gewalt gegen Frauen zu?", fragte Kemal Kilicdaroglu, Vorsitzender der Republikanischen Volkspartei (CHP).

Kilicdaroglu forderte eine detaillierte Studie, um die Zunahme der Gewalt gegen Frauen zu ermitteln. Der CHP-Vorsitzende sagte, er habe kürzlich ein Treffen mit verschiedenen Frauenverbänden gehabt. Diese hätten fünf Forderungen aufgestellt.

Fünf Punkte für Gleichberechtigung gefordert

Die erste Forderung sei die Gleichstellung von Mann und Frau in allen Lebensbereichen. Zweitens fordere man eine gerechte Vertretung von Frauen in allen Sektoren. Dafür sollen verpflichtende Quoten in den Parteien eingeführt werden. Drittens fordere man die Umsetzung der Istanbuler Konvention.

Viertens soll das 4+4+4-Bildungsmodell geändert werden, um die Bildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten für Frauen zu verbessern. Das aktuelle Modell ermutige Familien ihre Kinder in religiöse Berufsschulen zu bringen, was das Bildungsleben der Mädchen verkürzt. Als letzten Punkt nannten die Gruppen die Beibehaltung des Erbrechts, um Hausfrauen vor Armut zu schützen.

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