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Chinesischer Menschenrechtler Jiang Tianyong wieder aufgetaucht

3.3.2019 10:42 Uhr

Der 47-jährige Menschenrechtsanwalt Jiang Tianyong war seit zwei Tagen verschwunden. Jetzt ist der prominente Chinese wieder aufgetaucht. Ob er jedoch nach seiner Entlassung am Donnerstag tatsächlich als freier Mann gilt, bleibt offen.

Jiang sei in seine Heimatstadt Xinyang in der Provinz Henan zurückgekehrt, sagte seine Frau, Jin Bianling, am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Er lebe nun im Haus seiner Eltern, werde aber weiterhin von der Polizei "auf Schritt und Tritt" überwacht. "Er ist noch immer nicht frei."

Jiang sei vor zwei Tagen "fortgebracht" worden

Die in den USA lebende Jin zeigte sich besorgt, dass ihr Mann "jederzeit" erneut "verschwinden" könne. Sie hoffe, dass er bald zu ihr in die USA reisen könne. Seit sechs Jahren habe sich das Paar nicht direkt sehen können.

Der Menschenrechtsanwalt sollte am vergangenen Donnerstag nach zwei Jahren im Gefängnis freigelassen werden. Unterstützer trafen ihn vor dem Gefängnis Nummer zwei in Henan jedoch nicht an. Polizisten vor der Haftanstalt hätten ihnen gesagt, Jiang sei "fortgebracht" worden.

Vertreter für Menschenrechte

Jiang war im November 2016 festgenommen worden, als er sich von Peking nach Changsha begab. Er wollte sich dort um den bereits zuvor inhaftierten Menschenrechtsanwalt Xie Yang kümmern.

Vor seiner Festnahme hatte Jiang wiederholt hochrangige Vertreter ausländischer Staaten getroffen. Als Anwalt vertrat er unter anderem Anhänger der religiösen Falun-Gong-Bewegung, tibetische Demonstranten und Opfer eines Skandals um verseuchtes Milchpulver.

(sis/afp)