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China wollte Spion ins australische Parlament einschleusen

26.11.2019 1:15 Uhr

Wie australische Medien berichten, soll China versucht haben, einen Spion ins chinesische Parlament einzuschleusen. Der Mann wurde im März tot in einem Motel-Zimmer aufgefunden.

Regierungschef Scott Morrison bezeichnete den Verdacht am Montag vor Journalisten in Canberra als "zutiefst verstörend und beunruhigend". Der australische Geheimdienst Asio leitete nach Angaben des Behördenchefs Mike Burgess eine Untersuchung des Falls ein. Wie der Fernsehsender "Nine Network" am Sonntagabend berichtete, sollen mutmaßliche chinesische Spione dem chinesisch-australischen Geschäftsmann Bo Zhao eine Million australische Dollar (616.000 Euro) angeboten haben, damit er für das Parlament kandidiert. Zhao war Mitglied der konservativen Liberalen von Premier Morrison. Im März wurde der 32-jährige Luxusautohändler tot in einem Motel-Zimmer aufgefunden.

Australischen Geheimdienst informiert

Dem Bericht zufolge soll Zhao den australischen Geheimdienst vergangenes Jahr über den Vorfall informiert haben. Die Umstände von Zhaos Tod sind bislang unklar. Geheimdienstchef Burgess erklärte am Sonntagabend, der Todesfall sei Gegenstand einer Untersuchung. Weitere Details nannte er nicht.Premierminister Morrison betonte am Montag, Australien sei "nicht naiv" was die Bedrohungen angehe, denen es "im Allgemeinen" ausgesetzt sei. Die Gesetze seien verschärft und die Ressourcen aufgestockt worden, um sicherzustellen, dass Australien "allgemeinen oder spezifischen Bedrohungen" begegnen könne.

Überläufer in Sydney

Wenige Tage zuvor hatte ein chinesischer Spion Medienberichten zufolge der australischen Spionageabwehr Informationen über politische Störmanöver von Geheimdienstagenten der Volksrepublik in Hongkong, Taiwan und Australien geliefert. Wang Liqiang soll der Spionageabwehr demnach die Identitäten von hochrangigen Mitarbeitern des chinesischen Militärgeheimdienstes genannt haben. Der Überläufer soll sich mit seiner Frau und seinem kleinen Sohn mit einem Touristenvisum in Sydney aufhalten. Die chinesischen Behörden bezeichneten Wang daraufhin als arbeitslosen Betrüger und Flüchtling. Im April seien Ermittlungen gegen ihn eingeleitet worden, da er in einen Betrugsfall rund um Autoimporte in Höhe von 4,6 Millionen Yuan verwickelt sein soll, teilte die chinesische Polizei mit. In Australien wurden hingegen Forderungen laut, Wang politisches Asyl zu gewähren.

(be/afp)

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