afp

China streicht NBA-Übertragungen

8.10.2019 11:01 Uhr

Es rumpelt zwischen China und der nordamerikanische Basketballliga NBA: Weil der General Manager der Houston Rockets, Daryl Morey, einen Pro-Hongkong-Tweet abgesetzt hat, wurden die Live-Übertragungen von zwei NBA-Vorbereitungsspielen gestrichen.

"Der CCTV-Sportkanal hat entschieden, die Pläne zur Übertragung der NBA China Games nicht mehr zu verfolgen. Zudem wird die gesamte Kooperation und Kommunikation mit der NBA überdacht", hieß es in einer Mitteilung. Die Los Angeles Lakers um Superstar LeBron James und die Brooklyn Nets treten am Donnerstag und am Samstag zweimal in China gegeneinander an.

Medientermin abgesagt

Im Vorfeld der beiden Spiele hätten Profis und Funktionäre der Nets gemeinsam mit Offiziellen der China-Vertretung der NBA am Dienstag eine Grundschule in Shanghai besuchen sollen, der Termin wurde zwei Stunden vor dem Beginn ohne Nennung von Gründen abgesagt. Morey hatte am Freitag bei Twitter seine Unterstützung für die pro-demokratischen Demonstranten in Hongkong zum Ausdruck gebracht und heftige Reaktionen ausgelöst.

"Wir lieben China"

Rockets-Superstar James sah sich genötigt, um Verzeihung zu bitten. "Wir entschuldigen uns. Wir lieben China", sagte Harden am Rande von zwei Vorbereitungsspielen der Rockets in Tokio.Wirkung zeigte die Aussage nicht. Auch nicht, dass Morey angesichts der Welle der Entrüstung aus Fernost zurückruderte und sich die in China enorm populäre NBA entschuldigte. Jetzt kündigten zahlreiche chinesische Prominente an, die Duelle zwischen den Lakers und den Nets boykottieren zu wollen. Eine Absage der Spiele ist wohl noch kein Thema.

NBA in China sehr beliebt

Die Houston Rockets haben seit 2002 eine große Fangemeinde in China. Damals holte der Klub das chinesische Basketball-Idol Yao Ming, heute Präsident des nationalen Verbandes. Die ganze Liga ist sehr bleibt. In der vergangenen Saison sollen 500 Millionen Chinesen mindestens ein NBA-Spiel live gesehen haben.NBA-Boss Adam Silver machte klar, dass die Liga trotz allen Ärgers hinter Morey stehe. Der Manager habe selbstverständlich das Recht zur freien Meinungsäußerung. Allerdings habe die Angelegenheit schon jetzt "ökonomische Auswirkungen".

(be/afp)

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