epa/Elvis Gonzalez

Chile: Polizei will keine Gummigeschosse bei Protesten einsetzen

20.11.2019 15:27 Uhr

In Chile will die Polizei weitgehend auf den Einsatz von Gummigeschossen verzichten. Hintergrund sind die hunderte Verletzte bei den Demonstrationen im Land. Bei Protesten werde die Munition bis auf weiteres nicht mehr eingesetzt, teilte die Polizei am Dienstagabend mit. Gummigeschosse dürften nur noch im Extremfall verwendet werden, wenn Gefahr für das Leben von Beamten oder Zivilisten bestehe.

Menschenrechtsorganisationen hatten den Einsatz der Gummigeschosse bei den seit Wochen andauernden Protesten gegen die Regierung kritisiert. Nach Angaben des nationalen Menschenrechtsinstituts erlitten bislang über 200 Menschen Augenverletzungen, zahlreiche Opfer verloren das Augenlicht. Laut einer Studie der Universität Chile bestehen die Geschosse nur zu 20 Prozent aus Gummi. Darüber hinaus enthält die Munition demnach Metalle wie Blei und Silizium.

Proteste gegen die Regierung

Seit Wochen gehen in Chile täglich Tausende Menschen gegen die Regierung auf die Straße. Die Demonstranten fordern einen besseren Zugang zu Gesundheitsversorgung und Bildung sowie eine Abkehr vom neoliberalen Wirtschaftssystem. Regierung und Opposition einigten sich zuletzt bereits darauf, eine neue Verfassung auszuarbeiten. Der aktuelle Text von 1980 stammt noch aus Zeiten der Diktatur von General Augusto Pinochet.

(an/dpa)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.