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Cervantes-Preis geht an uruguayische Dichterin Ida Vitale

15.11.2018 15:59 Uhr

Die uruguayische Dichterin Ida Vitale (95) wird mit dem diesjährigen Cervantes-Literaturpreis geehrt.

Die Jury würdige damit die herausragende Sprachgewalt der Grand Dame der lateinamerikanischen Poesie, "die zugleich intellektuell und populär, universell und persönlich, transparent und tief ist", wie der spanische Kulturminister José Guirao am Donnerstag in Madrid bekannt gab. Es ist erst das fünfte Mal in der über 40-jährigen Geschichte des renommierten Premio Cervantes, dass eine Frau ausgezeichnet wird.

Der Cervantes-Preis gilt als die wichtigste literarische Ehrung in der spanischsprachigen Welt und ist mit 125.000 Euro dotiert. Die Jury hielt sich mit ihrer Entscheidung dieses Mal nicht an die ungeschriebene Regel, wonach die Ehrung abwechselnd spanischen und lateinamerikanischen Autoren zuerkannt wird: Im vergangenen Jahr hatte der nicaraguanische Autor und Menschenrechtler Sergio Ramírez (76) den Preis erhalten.

Prägende Stimme der uruguayischen Literatur

Erst im September war Vitale mit dem Literaturpreis der internationalen Buchmesse in Mexiko für ihr Lebenswerk ausgezeichnet worden - eine von zahlreichen Ehrungen, die ihr im Laufe ihrer Karriere zugesprochen wurden. Die 1923 in der uruguayischen Hauptstadt Montevideo geborene Schriftstellerin hatte von 1974 bis 1984 auch selbst in Mexiko im Exil gelebt und wohnt heute in den USA.

Vitale, die auch als Essayistin, Literaturkritikerin und Übersetzerin arbeitet, sei die letzte Überlebende der "außergewöhnlichen Generation von ´45" (Generación del 45), einer Gruppe von Intellektuellen, die das literarische und kulturelle Leben in Uruguay ab 1945 entscheidend geprägt hatten. Dazu gehörten etwa auch Emir Rodríguez Monegal, Mario Benedetti, Carlos Maggi und Ángel Rama, der erste Ehemann Vitales. Ihre Lyriksammlungen reichen von "La luz de esta memoria" (1949) bis zu "Mella y Criba" (2010).

Erst vier Frauen wurden bisher mit dem Cervantes-Preis ausgezeichnet: María Zambrano (1988), Dulce María Loynaz (1992), Ana María Matute (2010) und Elena Poniatowska (2013). Die Auszeichnung wird immer April des folgenden Jahres in Alcalá de Henares östlich von Madrid von König Felipe VI. verliehen.

(an/dpa)