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Cerrahpasa-Experte: Hauptsache, die Hälfte der Bevölkerung wird durchgeimpft

26.11.2020 16:02 Uhr

Mit den Ankündigungen für Corona-Impfstoffe scheint ein wenig Licht am Ende eines äußerst schwierigen Jahres. Sowohl der chinesische Pharmaproduzent SinoVac als auch das deutsche Pharmaunternehmen BioNTech in Zusammenarbeit mit Pfizer wollen schon bald liefern. Und in der Türkei werden beide Impfstoffe bereits an Freiwilligen getestet. Der Abteilungsleiter für Infektionskrankheiten und klinische Mikrobiologie an der Medizinischen Fakultät der Universität Istanbul Cerrahpasa, Prof. Dr. Fehmi Tabak, hat Einblicke in die Testphasen beider Impfstoffe und setzt große Hoffnungen – auf beide. Wichtig sei es vor allem, so schnell wie möglich mindestens die Hälfte der Bevölkerung zu impfen.

Prof. Dr. Tabak erklärte: "Wenn wir uns ansehen, wo wir heute im Impfstoff angekommen sind, gibt es viele Gründe zu hoffen. Derzeit gibt es weltweit 233 Impfstoffstudien. 67 von ihnen setzen Studien am Menschen fort, nämlich klinische Studien der Phase 1-2. Drei Impfstoffe werden derzeit von einschlägigen Organisationen zugelassen und werden weltweit eingesetzt. Einer der ersten Antragsteller ist der BioNTech-Pfizer (mRNA)-Impfstoff, auf den wir ebenfalls stolz sind."

Schnelle Durchimpfung nötig

Mit dem Impfstoff von BioNTech seien bis jetzt 500 Freiwillige in der Türkei geimpft worden, in diesen Tagen würde die zweite Verabreichung des Impfstoffes anstehen. Auch der Impfstoff des chinesischen Herstellers SinoVac befindet sich bereits in Phase 3 der klinischen Studien. Sie setzt auf eine ältere Methode als die neue mRNA-Impfstoffe. Beide Verfahren würden sich laut Prof. Dr. Tabak nicht sehr groß voneinander unterscheiden, und auch die angepeilten Preise würden relativ nah beieinander liegen.

"Ob Totimpfstoffe oder andere Impfstoffverfahren, meiner Meinung nach ist das Wichtigste, dass mindestens die Hälfte der Bevölkerung so schnell wie möglich geimpft werden", so Prof. Dr. Tabak. Er selbst habe von Ethikrat des Krankenhauses nun die Zustimmung bekommen, sich mit dem chinesischen Impfstoff impfen zu lassen. "Wenn ich ihr [der Impfung, Anm. d. Red.] nicht vertrauen würde, würde ich mich nicht damit impfen lassen."

(be)

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