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CDU-Ministerpräsidenten fordern rasche Klärung der Führungsfrage

23.2.2020 19:17 Uhr

Nach dem Wahldebakel in Hamburg sprechen neben Generalsekretär Ziemiak auch die CDU-Ministerpräsidenten Tobias Hans und Daniel Günther von einem "Bild der Führungslosigkeit" in der CDU. Und fordern eine rasche Klärung der Führungsfrage in der Bundespartei.

"Das Bild, das wir abgeben, ist ein Bild der Führungslosigkeit", sagte der saarländische Regierungschef Hans am Sonntagabend in der ARD. Der Ministerpräsident forderte, dass die CDU-Spitzengremien am Montag über einen Fahrplan zum Wechsel im Parteivorsitz und zur Benennung des Kanzlerkandidaten beraten.

Viele Baustellen innerhalb der CDU

Es sei nun "wichtig, dass die Parteivorsitzende das Heft des Handelns in der Hand hat, um das Ganze zu organisieren", sagte Hans mit Blick auf CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer. Der Ministerpräsident forderte die Interessenten für den CDU-Parteivorsitz auf, sich zu erklären, "ob sie nun antreten oder nicht". Zudem müsse die Bundes-CDU mit der thüringischen CDU klären, wie Thüringen aus der derzeitigen "Staatskrise" herauskommt.

Auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Günther mahnte eine rasche Klärung der "Führungsfrage" in Berlin an. Günther kritisierte in diesem Zusammenhang die thüringische Landes-CDU, die sich in der politischen Krise wiederholt dort gegen die Bundesspitze der Partei gestellt hatte: Die "irrlichternde CDU" in Thüringen sei für die Wahlkämpfer in Hamburg ein "Hindernis" gewesen, sagte Günther.

Wirbel in Thüringen hat sich auch auf Hamburger CDU ausgewirkt?

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak machte ebenfalls die politischen Turbulenzen in Thüringen für das Debakel seiner Partei bei der Wahl in Hamburg verantwortlich. "Die Ereignisse in und um Thüringen haben nicht geholfen, dass die CDU in Hamburg auf ihre Konzepte für Hamburg hinweisen konnte", sagte Ziemiak am Sonntagabend in Berlin. Der politische Wirbel im Thüringen sei "alles andere als Rückenwind für die Wahlkämpfer in Hamburg" gewesen.

"Historisch schlechtes" Ergebnis in Hamburg für die CDU

Das Wahlergebnis für die CDU in Hamburg sei "historisch schlecht", für die CDU Deutschland sei dies ein "bitterer Tag", sagte der Generalsekretär weiter. Ziemiak kündigte an, dass Präsidium und Parteivorstand der Bundes-CDU am Montag über das weitere Vorgehen beraten.

Auch der Hamburger CDU-Spitzenkandidat Marcus Weinberg verwies auf das schlechte politische Umfeld für seine Partei. "Es hat politisch für uns gewittert", sagte er am Abend in Hamburg. Das Ergebnis für die CDU bezeichnete er als "schlecht". Laut Prognosen von ARD und CDU landete die Partei bei elf bis 11,5 Prozent - ihr bislang schlechtestes Ergebnis in dem Stadtstaat.

(be/afp)

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