dha

Cavusoglu zu Borrell: Wir sind bereit für Dialog

14.7.2020 18:24 Uhr

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu reagierte in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem maltesischen Amtskollegen Evarist Bartolo auf die EU-Außenministerkonferenz am Montag. Die Türkei stand als Gesprächspunkt auf der Agenda der Außenminister.

Cavusoglu sagte, dass drei Länder dafür verantwortlich seien, dass die Türkei Tagesordnungspunkt des Treffens war: Griechenland, Zypern und Frankreich. Der Außenminister betonte, dass die Türkei jederzeit zu einem Dialog und Zusammenarbeit im östlichen Mittelmehr bereit sei: "Diese Themen können wir durch Dialoge lösen. Wir sind zur Zusammenarbeit und dem Teilen bereit, aber nicht für einseitige Zwänge und Sanktionen. Diesen werden wir uns nicht beugen."

Cavusoglu lehnt "Verurteilung" durch Borrell ab

Nach dem Treffen der EU-Außenminister, in dem der Schritt der Türkei, die Hagia Sophia wieder von einem Museum in eine Moschee umzuwandeln, verurteilt wurde, findet Cavusoglu diesbezüglich deutliche Worte: "Hätte Borrell gesagt "Es wäre besser gewesen, wenn sie nicht so eröffnet worden wäre", hätte ich dies respektiert. Auch wenn er gesagt hätte "Es wäre besser gewesen, wenn sie ein Museum geblieben wäre", hätte ich es respektiert - aber eine "Verurteilung" lehnen wir ab", so Cavusoglu.

Zuvor hatte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell nach dem Treffen der Außenminister die Umwandlung verurteilt und gesagt, der Schritt würde "unweigerlich Misstrauen schüren, erneute Trennungen zwischen den Religionsgemeinschaften fördern und die Bemühungen um Dialog und Zusammenarbeit untergraben.“

Hagia Sophia ein Fall für die UNESCO?

Nach der Ankündigung, die Hagia Sophia in eine Moschee umzuwandeln, kündigte die UNESCO an, den Weltkulturerbe-Status des Gebäudes überprüfen zu wollen. Man hätte vor solch einer Entscheidung zuerst die UNESCO konsultieren müssen, dies sei jedoch unterlassen worden.

Außenminister Cavusoglu zeigte sich verwundert über diese Reaktion und kündigte an, die Organisation über alle zukünftigen Schritte informieren zu wollen.

Zusammenarbeit mit Malta

In der gemeinsamen Pressekonferenz unterstrichen sowohl Außenminister Cavusoglu als auch sein Amtskollege Evarist Bartolo den Willen zur Zusammenarbeit zwischen der Türkei und Malta. Der Handel zwischen den Ländern habe zwar während der Pandemie gelitten, doch man plane, dies bald zu ändern. Cavusoglu erinnerte auch daran, dass ab dem 1. August die teilstaatliche Fluggesellschaft wieder kommerzielle Flüge nach Malta anbieten würde – was für den beiderseitigen Tourismus von Vorteil sei.

Cavusoglu bedankte sich bei Malta dafür, die Türkei auf die Liste der sicheren Urlaubsländer aufgenommen zu haben und äußerte die Hoffnung, dass auch die EU eine ähnliche Entscheidung treffen werde. "Morgen werden sie die Liste [der Länder, für die die Reisewarnung aufgehoben wird, Anm. d. Red.] aktualisieren." Nach objektiven Kriterien müsse die Türkei einen Platz auf der Liste der sicheren Reiseländer bekommen, so Cavusoglu.

(be)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.