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Cavusoglu: Trump ignoriert gewaltsamen Tod von Khashoggi wissentlich

23.11.2018 11:45 Uhr

Nach den Solidaritätserklärungen von Donald Trump gegenüber Riad trotz des gewaltsamen Todes des Journalisten Jamal Khashoggi im saudischen Konsulat in Istanbul beschuldigt die Türkei den US-Präsidenten, die Affäre wissentlich zu ignorieren. "Eigentlich hat Trump gesagt: 'Ich drücke ein Auge zu, ganz egal, was passiert'", sagte Außenminister Mevlüt Cavusoglu dem Sender CNN Türk am Freitag. "Dieser Mord war kein Zufall, alles war geplant."

Trump hatte sich am Dienstag mit einer umstrittenen Stellungnahme auf die Seite von Riad geschlagen. "Die Vereinigten Staaten beabsichtigen, ein unverbrüchlicher Partner Saudi-Arabiens zu bleiben, um die Interessen unseres Landes, Israels und aller anderen Partner in der Region zu gewährleisten", sagte er am Dienstag. Am Donnerstag legte er nach und wies die Darstellung zurück, die CIA habe Belege für eine Verwicklung des saudischen Kronprinzen in den Khashoggi-Mord. "Sie sind nicht zu einem abschließenden Ergebnis gekommen", sagte Trump.

CIA soll Telefonaufnahmen haben

Die Türkei versucht seit Wochen, die USA als engen Partner von Riad dazu zu bringen, die Aufklärung des Falles voranzutreiben. Unter anderem nutzt sie dafür in regierungsnahen Medien lancierte Informationen. Am Donnerstag hatte die Zeitung "Hürriyet" berichtet, dass die CIA Aufnahmen eines Telefongespräches habe, in dem der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman anordne, den regierungskritischen Journalisten Khashoggi so schnell wie möglich "zum Schweigen zu bringen". Das habe die CIA-Direktorin Gina Haspel bei ihrem Besuch im vergangenen Monat «signalisiert».

Cavusoglu rückte allerdings am Freitag von dem Bericht ab. "Die USA haben keine Informationen mit uns geteilt, ob sie eine Audio-Aufnahme haben oder nicht", sagte er.

(an/dpa)