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Cavusoglu: Griechenland muss von der Sevilla-Karte abrücken

15.9.2020 10:27 Uhr

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hat in einem Interview mit dem Nachrichtensender NTV wichtige Erklärungen zur Lage im östlichen Mittelmeer und zur Rückkehr des Forschungsschiffes Oruc Reis nach Antalya abgegeben. Er unterstrich, dass die Spannungen zwischen der Türkei und Griechenland nur dann gelöst werden können, wenn Griechenland von der Sevilla-Karte abrücken und den Festlandsockel der Türkei respektieren würde.

Das Forschungsschiff Oruc Reis war in der Nacht auf Sonntag von ihren Forschungsarbeiten im östlichen Mittelmeer vor die Küste von Antalya zurückgekehrt. Der Außenminister stellte fest, dass man für Wartungsarbeiten normalerweise kein NAVTEX oder Navigations-Informationen herausgebe. "Das [die Rückkehr der Oruc Reis aus dem östlichen Mittelmeer, Anm. d. Red.] wurde als Schritt zurück interpretiert, auch von der Opposition, aber das ist nicht richtig", so Cavusoglu. "Die Arbeiten unserer Sondierungsschiffe Barbaros und Yavuz gehen weiter", fügte er hinzu.

NAVTEX für Sondierungsgebiete

Der türkische Außenminister betonte, dass man NAVTEX vor allem für Gebiete ausgeben würde, in denen seismische Forschungen durchgeführt würden. "Besonders bei seismischen Untersuchungen ist dies sehr wichtig, weil wegen ihr die Navigation in dem Gebiet geändert werden muss."

Die Oruc Reis sei zu Routine-Wartungsarbeiten vor die Küste von Antalya zurückgekehrt und deshalb habe man kein NAVTEX ausgegeben.

Oruc Reis wird weiterforschen

Griechenland habe dies als richtigen Schritt interpretiert und die türkische Opposition habe die Wartungsarbeiten als einen "Rückzieher" angesehen. "Dann hätten sie [die Opposition, Anm. d. Red.] vorher mal das Energieministerium fragen sollen", so Cavusoglu. "Zu sagen, dass man einen Rückzieher gemacht habe, ohne vorher nachzufragen, zielen auf die Innenpolitik ab und das ist nicht richtig", erklärte Cavusoglu auf NTV.

Bereit zu Gesprächen

Die Türkei sei weiterhin für einen bedingungslosen Dialog mit Griechenland, werde aber selbst Forderungen stellen, sollte Griechenland auf eigene Forderungen bestehen. Cavusoglu betonte aber auch, dass die Spannungen nur abgebaut werden könnten, wenn Griechenland von der Sevilla-Karte abrücken würde: "Solange Griechenland nicht von der Sevilla-Karte abrückt, den Festlandsockel der Türkei respektiert und bei den Inseln und Kastellorizo nicht auf seine maximalistischen Forderungen verzichtet, werden die Spannungen nicht gelöst werden können."

(be)

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