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Carlos Ghosn erneut festgenommen

4.4.2019 7:36 Uhr

Der Automanager Carlos Ghosn ist bereits in drei Punkten wegen finanziellen Fehlverhaltens angeklagt. Ihm wird vorgeworfen, jahrelang ein zu niedriges Einkommen beim japanischen Autobauer Nissan deklariert und persönliche Verluste auf den Autobauer übertragen zu haben. Nachdem Medien am Mittwoch berichteten, dass ihm wegen neuer Vorwürfe eine Ausweitung der Anklage droht, wurde er am Donnerstag erneut in Tokio festgenommen.

Der 65-Jährige war erst Anfang März nach mehr als 100 Tagen gegen Kaution aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Seine erneute Festnahme bezeichnete er am Donnerstag als "ungeheuerlich und willkürlich".

Vorwurf der schweren Untreue

Bei den neuen Vorwürfen soll es um den Verdacht der schweren Untreue gehen: Laut der Nachrichtenagentur Jiji Press soll der Automanager zwischen 2012 und 2018 Gelder von Nissan für private Zwecke abgezweigt und davon unter anderem eine Luxusyacht finanziert und Investitionen in das Unternehmen seines Sohnes getätigt haben.

Interne Ermittlungen bei Nissan hätten ergeben, dass eine Summe von mindestens 32 Millionen Dollar (knapp 29 Millionen Euro) aus einem sogenannten Reservefonds an eine Gesellschaft im Oman floss, die dort Fahrzeuge des Autobauers vertreibt, hieß es von einer mit den Vorgängen vertrauten Quelle. Davon wiederum sollen Gelder über eine von Ghosns Vertrauten geleitete libanesische Firma direkt an den Automanager geflossen sein.

Ghosn, das Opfer einer Verschwörung?

Ghosn wies die Vorwürfe am Donnerstag entschieden zurück und beteuerte seine Unschuld. "Das ist Teil eines neuen Versuchs von einigen Personen bei Nissan, mich zum Schweigen zu bringen, indem Staatsanwälte in die Irre geführt werden", hieß es in einer Stellungnahme.

Ghosn war am 19. November überraschend in Japan festgenommen worden. Am 6. März wurde er gegen Zahlung einer Millionen-Kaution auf freien Fuß gelassen. Der einstige Vorzeigemanager, der auch jahrelang beim französischen Autobauer Renault die Geschicke lenkte, bestreitet die Vorwürfe und sieht sich als Opfer einer Verschwörung.

(sis/afp)

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