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Carlos Ghosn überraschend in Beirut gelandet

31.12.2019 9:50 Uhr

Carlos Ghosn, der in Japan auf Kaution freigelassene frühere Auto-Manager, soll das Land überraschend verlassen haben und in den Libanon gereist sein. Das berichteten libanesische Medien wie der Fernsehsender LBC in der Nacht auf Dienstag. Demnach war Ghosn bereits am Sonntagabend an Bord eines Privatjets auf dem Internationalen Flughafen Beirut gelandet.

Libanesische Sicherheitskreise bestätigten dies der Deutschen Presse-Agentur ohne Angabe näherer Details. Unklar blieb zunächst, ob der Ausreise eine Einigung mit den japanischen Behörden vorausging oder ob der 65-Jährige eigenmächtig gegen Kautionsauflagen verstoßen hat.

Ghosn besitzt Immobilie in Beirut

Ghosn, der neben der französischen und brasilianischen auch die libanesische Staatsangehörigkeit hat und ein Luxusanwesen in Beirut besitzt, war im April auf Kaution aus der Untersuchungshaft in Japan entlassen worden - unter strengen Auflagen, um zu verhindern, dass er flieht oder Beweismaterial vertuscht. Unter anderem wurde ihm verboten, das Land zu verlassen.

Ghosn gilt als Architekt des internationalen Autobündnisses zwischen Renault, Nissan und Mitsubishi. Am 19. November 2018 war er in Tokio wegen Verstoßes gegen Börsenauflagen festgenommen und angeklagt worden. Zudem soll er laut Staatsanwaltschaft private Investitionsverluste auf Nissan übertragen haben. Nur wenige Tage nach seiner Festnahme wurde er von Nissan und kurz darauf auch Mitsubishi Motors als Verwaltungsratschef gefeuert. Im Januar trat er schließlich auch von seinem Posten als Renault-Konzernchef zurück. Ghosn hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe stets zurückgewiesen.

(an/dpa)

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