Hürriyet

Café an Vogelbeobachtungsturm in Istanbul sorgt für Debatten

23.5.2020 22:06 Uhr

Ein Café unter einem Vogelbeobachtungsturm im Stadtteil Sariyer von Istanbul in der Türkei hat einen Streit zwischen Ornithologen und den Beamten der Stadtentwicklungsbehörde ausgelöst. "Wir fühlen uns jetzt wie Außenseiter, wir können hier keine Vogelbeobachtungen mehr durchführen", sagten die Vogelbeobachter.

Der Feneryolu-Vogelbeobachtungsturm, der im Mittelpunkt der Kontroverse steht, wurde 2015 gemeinsam von der Administration der Nationalparks der Türkei beim Landwirtschaftsministerium und der Stadtentwicklungsgesellschaft von Istanbul errichtet. Drei Jahre später mietete die Rumeli Leuchtturm Gesellschaft zum Schutz des natürlichen Lebens den Ort für fünf Jahre. Der Verein wandelte den Raum unter dem Turm, der von Vogelbeobachtern zu Bildungszwecken genutzt wurde, in ein Café um und stellte Tische außerhalb des Turms auf.

Zeynel Arslangündogdu: "Wir fühlen uns entfremdet"

"Kinder haben dort früher etwas über Vögel gelernt. Vogelbeobachter kamen aus dem Ausland hierher. Sie stellen überall Tische auf. Viele Leute kommen ins Café, deshalb können wir keine Vögel beobachten", sagte Ergün Bacak, ein Ornithologe der Universität Istanbul, der auch die Café-Manager beschuldigt, Bäume gefällt zu haben. "Dies ist einer der fünf Orte auf der Welt, an denen Sie vorbeiziehende Zugvögel beobachten können. Die Terrasse des Turms ist voll von Kunden des Cafés. Wir fühlen uns entfremdet", sagte Zeynel Arslangündogdu, ein Akademiker an derselben Universität. "Dies war nicht der beabsichtigte Zweck, den Turm überhaupt zu bauen", fügte er hinzu.

Safak Kilinc, der zuvor 20 Jahre lang als Muhtar - der lokale Leiter der Nachbarschaft - von Rumeli Feneri und jetzt als Manager des Cafés fungierte, wies die Anschuldigungen zurück. "Hier ist alles aus Holz und mit der Natur vereinbar. Wir haben keine Bäume gefällt", sagte Kilinc. "Es ist ein öffentlich zugänglicher Ort", sagte Resul Dogan, der Leiter der Verwaltung der Nationalparks. "Wir haben den Platz mit Zustimmung des Ministeriums für fünf Jahre gemietet. Das Café wird allen dienen. Vogelbeobachter lieben es, allein in der Natur zu sein. Aber dies ist ein Ort, an den Menschen kommen können. Sie fühlen sich also von der Menge belästigt", sagte er.

(ce)

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