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BVB mit Nullnummer gegen Barca

17.9.2019 23:10 Uhr

Fast hätte Borussia Dortmund den FC Barcelona zum Auftakt der Champions League am Boden gehabt - aber eben nur fast. Marco Reus gegen Marc-Andre ter Stegen, den Kollegen aus der Nationalmannschaft, hieß das Duell beim Elfmeter und der Barca-Keeper siegte über Reus und hielt. Der BVB überzeugte ansonsten über die gespielten 90 Minuten gegen die Katalanen und hat sich das 0:0, das sich wegen des Reus-Fehlschuss ein klein wenig anfühlen wird wie eine Niederlage, redlich verdient.

Für die Mannschaft von Trainer Lucien Favre bedeutet das Unentschieden gegen den spanischen Meister in der Gruppe F mit dem nächsten Gegner Slavia Prag (2. Oktober) und Inter Mailand dennoch einen Bonuspunkt. Die Erkenntnis, an einem guten Tag auch der europäischen Spitze große Probleme bereiten zu können, lässt den achtmaligen deutschen Meister auf eine erfolgreiche Saison in der Königsklasse hoffen. Favre veränderte sein Team im Vergleich zum überzeugenden Sieg gegen Bayer Leverkusen (4:0) auf einer Position. Thorgan Hazard ersetzte Nationalspieler Julian Brandt.

BVB mit einem leidenschaftlichen Spiel gegen Barca

Man müsse "mutig" spielen, hatte Kapitän Reus gefordert - und das taten die Gastgeber vor 66.099 Zuschauern im ausverkauften Signal Iduna Park. Der spielerischen Überlegenheit der Gäste setzte der deutsche Vizemeister viel Leidenschaft und große Laufarbeit entgegen. Axel Witsel und Thomas Delaney machten die Mitte dicht, die von Mats Hummels organisierte Abwehr hatte Luis Suarez und Weltmeister Antoine Griezmann in der ersten Halbzeit fest im Griff. Barcas neuem "Wunderkind" Ansu Fati merkte man zudem die Nervosität bei seinem ersten Champions-League-Auftritt an. Der 16-Jährige leistete sich einige Ballverluste und Fehlpässe. Superstar Lionel Messi, der nach seiner Wadenverletzung zunächst nur auf der Bank saß, wurde schmerzlich vermisst.

Trotz der starken Defensivarbeit vernachlässigten die Gastgeber ihr Angriffsspiel nicht. Nach einem sehenswerten Zusammenspiel zwischen Reus und Raphael Guerreiro scheiterte der BVB-Spielführer freistehend an seinem früheren Gladbacher Teamkollegen ter Stegen (25.). Der Torhüter untermauerte nicht nur mit dieser starken Parade seine Forderung nach mehr Einsatzzeiten in der Nationalmannschaft. Mit zunehmender Spieldauer wurden die Katalanen zwar dominanter, ihr Ballbesitz spielte sich aber meist in einer für die Borussia ungefährlichen Zone ab. Nach Ballgewinn war der BVB um ein schnelles Umschaltspiel bemüht. Nach Ablage des ehemaligen Barca-Stürmers Paco Alcacer zielte Jadon Sancho von der Strafraumgrenze aber zu hoch (39.).

Weitere Chancen für den starken BVB

Die Schwarz-Gelben agierten auch zu Beginn des zweiten Durchgangs forsch und brachten die Defensive der Spanier das ein oder andere Mal in Ordnung. Bei einigen Freistößen rund um den Barca-Strafraum mangelte es aber an Präzision. In der 57. Minute trat Nelson Semedo dem starken Sancho im Strafraum auf den Fuß. Beim fälligen Elfmeter scheiterte Reus aber mit seinem halbhohen Schuss in die rechte Ecke erneut an ter Stegen. Barca-Trainer Ernesto Valverde hatte genug gesehen und brachte in der 59. Minute Messi, der sich sofort die Kapitänsbinde überstreifte, und den kroatischen Vizeweltmeister Ivan Rakitic.

Am Spiel änderte sich dadurch zunächst nichts. Dortmund ging weiter aggressiv in die Zweikämpfe und spielte munter nach vorne. Doch auch Alcacer zielte aus kurzer Distanz nicht genau genug (71.), und Reus verzog (75.). Barca zeigte sich von der Vorstellung des BVB beeindruckt, und Dortmund blieb am Drücker. Nur die Latte verhinderte einen Treffer des eingewechselten Brandt (77.), Augenblicke später blieb ter Stegen erneut Sieger gegen Reus (78.).

(ce/afp)

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